Die Weltläden in Deutschland unterstützen Handelspartner mit rund 500 000 Euro – auch der Weltladen Münsingen stärkt Unterstützungsfonds für Produzenten. Mit einer Einzahlung von 500 Euro hat der Weltladen Münsingen den Unterstützungsfonds der Aktion #fairwertsteuer gestärkt.
Der Weltladen-Dachverband hatte die Aktion Mitte 2020 gemeinsam mit Partnerorganisationen ins Leben gerufen, um Mittel für Handelspartner zu generieren, die besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind. Dabei haben die Weltläden die abgesenkte Mehrwertsteuer nicht an ihre Kunden weitergegeben, sondern in einen Fonds eingezahlt. Es sind insgesamt 501 000 Euro zusammengekommen bis zum Abschluss der Aktion Ende März sagt Steffen Weber, Geschäftsführer des Weltladen-Dachverbandes.

Kundschaft reagiert positiv

„Unsere Kundschaft hat sehr positiv auf die Aktion reagiert“, berichtet Münsingens Weltladen-Geschäftsleiterin Irmgard Heilig. „Wir freuen uns über den Erfolg der Aktion und sind froh, einen Teil dazu beigetragen zu haben, dass unsere Handelspartner die Krise hoffentlich gut überstehen“, so Heilig weiter. Einen Großteil der Gelder konnte der Weltladen-Dachverband bereits an 70 Produzentenorganisationen in 20 Ländern auszahlen.
Unter www.fairwertsteuer.de veröffentlicht er Berichte von Handelspartnern, die Zahlungen aus dem Unterstützungsfonds erhalten haben. Zahlreiche Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika sind mehrfach von der Corona-Krise betroffen. Neben der gesundheitlichen Bedrohung können viele von ihnen nicht in ihren Werkstätten und auf den Feldern arbeiten. Fertig produzierte Ware können sie teilweise nicht exportieren und der Verkauf im Inland ist zum Erliegen gekommen. Gleichzeitig können sie kaum mit staatlicher Unterstützung rechnen.
Neben der Soforthilfe trägt die aktion #fairwertsteuer zur Zukunftssicherung der Handelspartner bei, dem eigentlichen Ziel der Weltläden entsprechend, strukturelle Verbesserungen zu fördern, um ihren Partnern eine selbstbestimmte Entwicklung zu ermöglichen. Norm Bunnak von der Fair-Handels-Organisation Villageworks in Kambodscha bedankt sich bei den Weltläden für die Solidarität und sagt: „Diese Unterstützung hilft uns sehr, die Not zu lindern, den Lebensunterhalt unseres Teams zu gewährleisten, sowie die Jobs unserer Mitarbeiter zu sichern.“
„Der Erfolg der Aktion #fairwertsteuer zeigt, dass Weltläden gerade in Krisenzeiten anders wirtschaften und solidarisch an der Seite ihrer Handelspartner stehen“, betont Irmgard Heilig. „An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz herzlich bei unserer treuen Kundschaft bedanken, ohne Sie hätten wir das nicht geschafft“, ergänzt die Münsingerin dankbar.

An den Anfang der Lieferkette denken


Als Fachgeschäfte für Fairen Handel verkaufen Weltläden fair gehandelte Produkte, beteiligen sich an politischen Kampagnen und leisten Informations- und Bildungsarbeit zu Themen des Fairen Handels. Weltläden beziehen ihre Produkte ausschließlich von anerkannten Fair-Handels-Importeuren, die auf die Einhaltung der Fair-Handels-Kriterien der World Fair Trade Organization (WFTO) überprüft werden.

Die Lieferkette ist transparent und daher nachvollziehbar. Der Faire Handel verbessert die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen am Anfang der globalisierten Lieferkette und schafft so Zukunftsperspektiven für derzeit rund 2,5 Millionen Menschen in mehr als 70 Ländern.