Pfronstetten / Von Ulrike Bührer-Zöfel

Eigentlich sollte ja die nächstgelegene Feuerwehr als erste alarmiert, als erste am Einsatzort sein. Bei einem kleinen Schwelbrand in Pfronstetten am 12. Februar war das nicht so: Die Feuerwehr aus Hohenstein war mit mehren Autos schneller da, als die heimische (wir haben berichtet). Warum das so gelaufen ist, wie es sich, auch der Kosten wegen, künftig vermeiden lässt, wollten Bürgermeister Reinhold Teufel und natürlich die Bevölkerung wissen.

Der Schultes hatte deshalb in die Gemeinderatssitzung am Mittwoch sowohl Kreisbrandmeister Wolfram Auch als auch den Leitenden Branddirektor der Reutlinger Feuerwehr Harald Herrmann eingeladen. Nicht, weil er Kritik üben oder Schuld zuweisen wolle, sondern, „weil jeder Fehler, der passiert, dazu beiträgt, dass er nicht mehr vorkommt“.

Auch gab den Räten zunächst einen Einblick in Struktur und Aufgaben der Integrierten Leitstelle (ILS) Reutlingen. Sie wird seit 1998 vom DRK Kreisverband Reutlingen, dem Landkreis Reutlingen und der Stadt Reutlingen als gleichberechtigte Partner betrieben. Dort laufen im Jahr um die 100 000 Anrufe – Rettungsdienst, Notfall, Feuerwehr – ein. Die Mitarbeiter an den Leitungen, Disponenten genannt, entscheiden nach Gefahrenlage, schicken dann von einer Staffel bis zu mehren Zügen los.

Herrmann ging konkret auf den Brand bei der Schäferei Fauser ein. Der Notruf sei nicht über die 112 direkt reingekommen, sondern über die 110 von der Polizei an die ILS weitergeleitet worden. Der aufgeregte Anrufer konnte wohl keine genaue Ortsangaben machen, eine Straße hatte der Betrieb nicht. Jedenfalls kam heraus, der Brandort liegt zwischen Pfronstetten und Oberstetten. Der Rechner in Reutlingen schlug deshalb vor, Hohenstein mit zwei Zügen los zu schicken, auch vor dem Hintergrund, dass es sich um eine Stallung mit 800 Tieren handelte. Bei dieser Gefahrenlage wurde der Kreisbrandmeister alarmiert. Und der wusste, wo die Schäferei liegt, veranlasste den Einsatz der Pfronstetter Wehr. Die war drei Minuten später als ihre Hohensteiner Kollegen vor Ort.

 Vermeiden lassen sich solche Irritationen, indem die örtlichen Feuerwehren der ILS alle Objekte melden, die keine Adresse haben. Vor zwei Jahren gab es dazu die letzte Aufforderung. Für Pfronstetten ist da nicht geschehen, wird aber nun nachgeholt. Dann kommt auch gleich die Schäferei Fauser ins System. Die nämlich hat inzwischen sehr wohl eine Adresse, so Teufel: „Schäferweg“.

Sirenen sollen bleiben

Wie die Adressen in die Datei kommen, wollte Gerd Müller wissen. In der Regel über einen festgelegten Behördenweg, was allerdings dauern kann. Deshalb riet Herrmann zum Pragmatismus. Einfach bei der ILS anrufen: „Wir pflegen es dann händisch ein.“ Denn ein allgemeines Update gebe es maximal einmal im Jahr.

 Übrigens: Der Einsatz der Hohensteiner Feuerwehr im Februar kostet die Gemeinde Pfronstetten 600 Euro.

 Auch bei der Sirenenalarmierung gab es schon Probleme in der Gemeinde. Dass da die Kommunikation zwischen denn örtlichen Feuerwehren und der Reutlinger Leitstelle das A und O ist – darüber waren sich in der Sitzung alle einig. Und auch da gab es nur eine Meinung: Die Alarmierung über die Sirenen soll es in Pfronstetten weiterhin geben, umgestellt von analog auf digital – Kosten pro Sirene 2000 bis 2500 Euro. Der von Teufel dafür angeführte Grund: Bei einem Brand in einem landwirtschaftlichen Anwesen sei man über jede Hand froh, die helfe, ein Tier aus dem Stall zu holen. Herrmann betonte ebenfalls, dass die Sirenenalarmierung in Gemeinden mit landwirtschaftlichen Betrieben sinnvoll sei. Und Auch regte an, die Alarme auf jeden Fall zu differenzieren. Bei einer Türöffnung nachts um drei Uhr müsse man nicht die gesamte Bevölkerung aus dem Schlaf schrecken. Die entsprechenden Programmierungen ließen sich in der Leitstelle hinterlegen.

Kommandant entscheidet

Ein immer gerne diskutiertes Thema: Warum sind manchmal zu viele Feuerwehrleute vor Ort? Zum Beispiel bei einem Einsatz, zu dem wegen ein paar Ästen auf der Fahrbahn ein ordentliches Aufgebot an Feuerwehrleuten angerückt war. Die Alarmierungs- und Ausrückeordnung lege der Kommandant fest, so Herrmann. Der müsse entscheiden, wie viele und von welchen Abteilungen er anfordere.

Gemeinderat bestätigt Kommandanten

Bei der Versammlung der Einsatzabteilung Pfronstetten wurde Markus Hecht wieder zum Abteilungskommandanten gewählt. In  Aichstetten hat die Abteilung  Holger Waidmann zum stellvertretenden Kommandanten gewählt.
Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am Mittwoch den Wahlen zu.