Münsingen Von der Russenmafia verfolgt

Münsingen / EB 28.10.2015
Die Münsinger Literaturtage begannen mit einer Matinee. Manfred Klimanski, Krimiautor aus Leidenschaft mit Themen, die sich auf seine frühere Tätigkeit an der Musikhochschule beziehen, las aus seinen Werken.

Beide Romane spielen in Musikerkreisen, in denen sich Klimanski naturgemäß bestens auskennt und deshalb nicht mit Seitenhieben auf das Milieu und seine Akteure spart. Der erste Teil der Lesung beschäftigte sich mit einem delikaten Fall: Der leicht schmuddelige, billig daherkommende Privatdetektiv Schmitt wird mit Recherchen zu einem Fall beauftragt, in dem der Solo-Oboist Herkenrath wegen des Missbrauchs einer Behinderten erpresst wird. Schmitt stößt bei seinen Ermittlungen auf eine Einrichtung, in der weitere junge Menschen mit geistiger Behinderung an ein Netzwerk von Musikern und anderen Prominenten der Stadt verkuppelt werden. Die Geldübergabe geht dann gründlich schief, Herkenrath wird umgebracht und Schmitt muss von vorne anfangen.

Nach der Pause, im zweiten Teil, nahm der Autor die Zuhörer mit auf einen Spaziergang durch Odessa, wo man auf einen Russen trifft, der von der Mafia verfolgt wird und dem eigentlich nur durch seinen eigenen Tod entkommen kann. Sein Ableben wird von ihm glaubhaft inszeniert und dieses vom Autoren zwar deutlich, aber nicht drastisch geschildert.

Später, im fiktiven Ostratal, wird von ihm nochmals die Rede sein, und zwar als Vermisster, den seine Vergangenheit eingeholt hat. Die Lösung dieses Falles übernimmt wieder der heruntergekommene Privatermittler Schmitt, der wie immer zu unkonventionellen Mitteln greift, um zu Ergebnissen zu kommen.

Die etwa 20 Zuhörer, darunter ein Paar, das extra aus Stuttgart angereist war, kamen während der Veranstaltung voll auf ihre Kosten: Klimanski las mit angenehm sonorer Stimme, hielt viel Blickkontakt zum Publikum, augenzwinkernd, mit ironischen Seitenhieben und entsprechenden Gesten und fein ironischen Verweisen auf seine eigene Person: der gutaussehende Mann mittleren Alters könnte doch . . .

Alles in allem ein sehr vergnüglicher Sonntagmorgen, bei dem alle Beteiligten viel Spaß hatten, auch und vor allem, weil der Vorlesende sich völlig uneitel gab.

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