Grün und orange waren die dominierenden Farben des Tages und traten vielfältig in Erscheinung: In Rock und Kleid, gestrickten Rübenmützen, ausdekorierten Hüten oder in Form von "Riabaschmuck" um Hals und Handgelenk. Ebenso bunt kamen die Geschenke daher, welche die Gäste des Mitmachfestes dem Ziegenbock "Friedrich der Schöne von Trailfingen" und seinen Goißa offerierten- Rüben in allen Größen, Futterkörbe, Karten, Rübentorte, Einkaufstaschen, Bild- und Textcollagen, Rezeptsammlungen und die Rübenpost mit witzigen Karten verwandelten den Ziegenhof in eine wahre Rübenoase.

Das Mitgestalten und Einbringen ist zentrales Element der Mitmachfeste, welche alljährlich ein anderes Thema beinhalten und liebgewordene Überbleibsel der Vorjahre mit ins Geschehen einbinden. So gehören der Schillerwein, die Lindenblattkarten oder die Ziegenpost als Relikte der Vorjahre ebenso zum Fest wie die Verpflegung mit Ziegenroten- und Leberkäse, Kaffee und Kuchen und weitere Leckereien. Passend zum Thema gab es auch heuer Festbeiträge, die Gäste und Ziegenherde bestens unterhielten: die Besucher genossen diese im lauschigen Garten, die Vierbeiner auf der angrenzende Weide. Und wenn auch die Goißa den Beiträgen inhaltlich nicht ganz folgen konnten - den Applaus haben sie genossen, denn der kommt in Trailfingen nicht durch klatschen, sondern durch das Werfen von Rüben über den Zaun zum Ausdruck: "Riabamäßig" halt. Einen Streifzug durch die Dialektik und die unterschiedlichen Schreibweisen der Rübe unternahmen Annerose und Jürgen Genuneit und untersuchten dabei die Frage, ob es unter Dialektiksprechern mehr Analphabeten gibt.

Sympathisch und weltoffen brachten sie Beispiele für Dialekte daher, machten Abstecher in die Geschichte, gingen auf Minderwertigkeitsgefühle und Statusprobleme der Dialektsprecher ein, erzählten humorig aus der eigenen Dialektbiographie, brachten mit Liedeinspielern das Thema musikalisch zum Ausdruck und zeigten augenzwinkernd und auch mit ernsthaften Ausführungen Risiken und Nebenwirkungen des Dialektes auf.

So brachen sie eine Lanze für die neue Dialektwelle, welche für Heimat und regionale Zugehörigkeit steht und somit auch die herrliche Vielfalt wie "Rübe, Riaba, Riewe, Ruam, Rona" erhält. Wie man aus einem Nichts und vielen Denkwölkchen einen humorigen und zwerchfellerschütternden Beitrag zaubern kann führte Journalist und Publizist Peter Fuhrmann vor. Sein Gedächtnis- Protokoll zum Thema führte in die Welt seiner Denkwölkchen, die sich mit dem Thema befassten und dabei allerlei zum Vorschein brachten - nur nichts stimmiges: also Nichts. So flanierten die Gäste mit Fuhrmann durch seine Hirnwolken, machten Abstecher in den Keller zum Weizenbier, erlebten die Gedankengänge unter Einfluss zahlreicher Koffeindosen und kamen aus dem Lachen kaum heraus. Schmunzelnd verfolgten sie die Assoziationskette im Fuhrmannschen Gehirn, welche ein Gewitter, ein Allegro furioso der kosmischen Art, einen Tanz der Derwische heraufbeschwor und blitzlichtartig Themen von "Hungersnot-Rübensuppe" über "Möhren sind Rüben" bis hin zu "die Ziege ist die Kuh des kleinen Mannes" hervorbrachte. Der Publizist nahm mit in die Tiefen der Rüben- und Ziegenkunde im weltweiten Netz und in Kochbüchern, schlug eine Brücke zu den überirdischen Wolken-Servern namens Cloud und gönnte den Lachmuskeln dabei kaum eine Pause. Mit weiteren Beiträgen wie dem Mitmachlied "Rübensong", Gedichten und einem Fingerpuppentheater brachten sich weitere Besucher unterhaltsam in das Fest ein und spendierten der Herde ausreichend Rübenapplaus.