Ehingen Viele leerstehende Filialen

BERNHARD RAIDT, JULIA-MARIA BAMMES, KARIN MITSCHANG 21.01.2013
Was wird aus den Schlecker- Geschäften in der Region? Die meisten Filialen des einstigen Drogerie-Giganten stehen noch leer. Eine Hoffnung richtet sich auf die Dayli-Kette, die derzeit neue Filialen plant.

Noch stehen viele der ehemaligen Schlecker-Filialen in der Region leer. Zwar ist in das ehemalige Geschäft in der Ehinger Hauptstraße ein Modegeschäft eingezogen. Aber die Situation in Munderkingen, Allmendingen und Schelklingen ist weiter unklar. Auch ein halbes Jahr nach dem Schlussverkauf - beziehungsweise mehrere Monate im Fall von Schlecker XL - stehen die Ladengeschäfte noch leer. Viele Bürger hoffen, dass die Dayli-Kette des österreichischen Investors Rudolf Haberleitner die Läden wiederbelebt und damit die Nahversorgung in den Städten und Gemeinden wiederherstellt. "Wir können derzeit noch nichts dazu sagen", lautet die Antwort einer Managerin bei der Dayli-Verwaltung in Pucking bei Linz. Erst in einigen Wochen sei klar, wo genau Dayli in Deutschland die Läden eröffnen wolle. Im Gespräch sind zudem immer noch die ehemalige Schlecker-Hauptverwaltung in Ehingen als Sitz von Dayli Deutschland und die Übernahme der ehemaligen Schlecker-Lager durch die Dayli. Haberleitner hatte im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE Interesse bekundet.

Für die Ex-Schlecker-Vorzeigefiliale in Allmendingen ist noch keine neue Lösung da. "Der Laden steht zur Zeit leer", sagt eine der Miteigentümerinnen des Gebäudes. Es sei nicht verkauft. "Wir bemühen uns darum, eine Lösung zu finden und hoffen natürlich, dass es klappt." Mitte August 2012 war in dem Geschäft ein Schuhladen eröffnet worden, unter anderem wurden Restbestände vom vorausgegangenen Jahr verkauft. Doch eine Lösung von Dauer war das nicht, nach einigen Wochen stand das Gebäude wieder leer. In dem Markt an der Hauptstraße war Anfang Februar 2011 das neue Ladenkonzept vorgestellt worden. Allmendingen war bundesweit die erste Filiale gewesen, die sich moderner, großzügiger, kundenfreundlicher und luftiger präsentierte. Die Gänge zwischen den Regalen waren zum Beispiel breiter.

Mit dem neuen Erscheinungsbild hätte der Generationenwechsel im Drogerie-Imperium eingeläutet werden sollen. Zum Eröffnungsfest kam Ex-Schwergewichtsboxer Axel Schulz, und für die Gemeinde gab es vom Drogerie-Unternehmen einen 500-Euro-Scheck. Das neue Filialkonzept, das in einem "Shopping-Labor" im sechsten Stock der Zentrale in Ehingen entwickelt worden war, hätte bis 2012 die erhoffte Wende bringen sollen, hatte Lars Schlecker damals in einer Pressekonferenz gesagt. Begonnen hatte der Ausverkauf in Allmendingen - sowie in der Filiale in Schelklingen - am 8. Juni 2012. Mit Warteschlangen und stundenlangem Anstehen. Ende Juni war dann alles weg.

Auch für die Filiale in der Marktstraße in Schelklingen wird derzeit immer noch nach einer neuen Lösung gesucht. "Wir wollen natürlich das Geschäft wiederbeleben", sagt einer der Eigentümer. Es gebe Anfragen von Interessenten, eine konkrete Vermietung sei aber noch nicht zustande gekommen. Das Ladengeschäft von Schlecker war ein wichtiger Baustein im Handel in der Schelklinger Innenstadt. "Wenn Schlecker schließt, gibts hier doch kaum noch was", hatte eine Passantin geklagt, als Schlecker auch in Schelklingen am Ende war.

Zumindest in die Filiale in der Munderkinger Innenstadt (Marktstraße) ist zum Teil wieder Leben eingezogen: Dort haben Markus Port und Benjamin Bammert Büros für ihren Sicherheitsdienst. Für die Schlecker-Filiale in der Rottenackerstraße ist bislang noch kein neuer Pächter gefunden worden. Die Ulmer Eigentümergesellschaft will im Frühjahr endlich fündig werden.