Münsingen Viel Betrieb beim Schafauftrieb

Münsingen / ROSWITHA HÄBE 06.05.2013
Staunen, genießen, bummeln: Der 3. Münsinger Schafauftrieb mit Garten- und Kunsthandwerkermarkt lockte bei herrlichem Frühlingswetter mehrere tausende Schaulustige ins Biosphärenstädtle.

Mit einem vielseitigen Angebot "Rund ums Schaf" hat Münsingens Tourismus-Chef Bernd-Matthias Weckler beim 3. Schafauftrieb wieder Menschen aus der ganzen Region nach Münsingen gelockt. Selbst die "Schwäbische Eisenbahn" mit mehreren Donnerbüchsen im Schlepptau war im Einsatz, um zahlreiche Gäste zum einmaligen Spektakel mitten im Herzen des Biosphärengebietes zu chauffieren.

Früher führte der Weg der Schafherden von ihrem Winterquartier auf die saftigen Sommerweiden nach Gruorn um die Stadt herum, seit drei Jahren ist das anders: Der Schafauftrieb durch die Innenstadt ist zu einer echten Touristenattraktion geworden. Ein beeindruckendes Szenario wurde der Zuschauerkulisse am Straßenrand geboten. Nach Ankunft der Gäste mit dem Sonderzug aus Stuttgart zogen gegen 13 Uhr zu Marschmusik der Stadtkapelle die Volkstanzgruppen sowie vier Festkutschen der großen Herde voraus. Darin fuhren bisherige und künftige Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Landrat Thomas Reumann, Bürgermeister Mike Münzing, ihre Lieblichkeiten Lammkönigin Nicole Herb und Wacholderkönigin Lisa Class sowie Spaniens Naturschützer Jesus Garzon Heydt mit.

Dann folgte der Höhepunkt des Schafauftriebs: Stadtschäfer Gerhard Stotz - gekleidet in echter Schäfer-Montur - marschierte mit seinen rund 500 vierbeinigen Landschaftspflegern inklusive neu restauriertem Schäferkarren vorbei an deren künstlerisch gestalteten Artgenossen durch die Straßen. Kein leichtes Unterfangen, die Menschenmenge und das Blitzgewitter der Fotografen ließen bei den Wollknäueln, die dicht gedrängt ihrem Hirten folgten, "Lampenfieber" aufkommen, das sich durch leichte Unruhe und ausgiebige Hinterlassenschaften bemerkbar machte. Aber der routinierte Schäfer hatte alles im Griff und führte seine mitziehende Schar mit Hilfe seiner Hütehunde und der kräftigen Unterstützung des Tourismus-Chefs souverän den mehrere Kilometer langen Weg vom Hof durch die Stadt auf die Weide des ehemaligen Truppenübungsplatzes, wo sie mit frischem Gras und Kräutern für ihren Auftritt belohnt wurden.

Der Wonnemonat machte seinem Namen alle Ehre und so herrschte auch am Nachmittag pulsierendes Leben im Städtle. Vier Gourmetgastronomen verwöhnten die Gaumen der zahlreichen Gäste mit Leckereien aus zartwürzigem Alb-Lammfleisch sowie erlesenen Beilagen. "Regional is(s)t gut", lautete die Devise der Genießer, die für reißenden Absatz sorgten. Reichlich Schaf-Spektakel wurde auch bei der Wasserstetter Schafwäsche geboten. Kaum zu halten waren die Lämmer im kühlen Nass und wer zu nahe am Pferch war, bekam eine ordentliche Wasserdusche verpasst. Schwungvoll zur Musik drehten sich die Volkstanzgruppe Gomadingen und die Schäfertanzgruppe Markgröningen im Kreis und begeisterten ebenso mit ihren Darbietungen wie die Magolsheimer Musikanten, die in mehreren Oktaven Töne nur so hervorzauberten und unter dem Motto "Mal zünftig mal modern" für Stimmung zu den kulinarischen Köstlichkeiten sorgten.

Während die Erwachsenen sich Einblicke in die Geschichte der Schafhaltung im Rathaus mit Filmvorführung und Buchpräsentation verschafften oder gemütlich durch den 9. Kunsthandwerker- und Gartenmarkt schlenderten, wo rund 70 Händler viel Grün und Schönes für Haus, Hof und Garten im Angebot hatten sowie die alte Handwerkskunst vorgeführt wurde, sorgte ProMünsingen neben einer Aufführung des Kindertheaters Kauter und Sauter mit attraktiven Angeboten beim Nachwuchs für Kurzweil.

Eine Kirchturmbesichtigung, des evangelischen Gotteshauses, für dessen Dachsanierung unter dem Motto "Bring die Martinskirche zum Blühen" vom Förderverein Sämereien auf dem Markt verkauft wurden sowie Planwagenfahrten oder eine Shoppingtour durch die Geschäfte der Stadt rundeten den Erlebnistag ab.

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