Münsingen Türsteher schlichtet Streit mit Pfefferspray

REINER FRENZ RENE 24.04.2014
Gegen Zahlung einer Geldauflage wurde ein Verfahren wegen Körperverletzung gegen den Türsteher einer Engstinger Diskothek eingestellt.

Anfang Juni vergangenen Jahres war es in einer Engstinger Diskothek zu Streitereien zwischen Gästen gekommen, die vom Disco-Personal vor die Tür gesetzt wurden. Vor dem Eingang setzte es weitere Hiebe, sodass ein Disco-Türsteher eingriff und die Streithähne mit Pfefferspray-Einsatz zur Räson brachte. Als er dies tat, hatte sich die Situation nach Ansicht der Staatsanwaltschaft bereits beruhigt, die den 46-Jährigen deshalb der gefährlichen Körperverletzung beschuldigte. Mehrere Beteiligte klagten nach der Sprayattacke über zugeschwollene Augen, heftige Schmerzen und Atemnot. Der Beschuldigte widersprach einem Teil der Anklageschrift. So habe aus seiner Sicht niemand schlichtend eingegriffen. Für ihn habe sich die Situation so dargestellt, dass vier Leute gegen einen Einzelnen vorgegangen seien, weshalb er zum Pfefferspray gegriffen habe. Wieso er nicht dazwischen gegangen sei, wollte Amtsrichter Joachim Stahl wissen. Das sei ihm zu gefährlich erschienen, antwortete der Beschuldigte. In letzter Zeit seien mehrfach Kollegen verletzt worden, weshalb von der Geschäftsführung beschlossen worden sei, dass man Streithähne aus der Ferne mittels Pfefferspray und damit ohne Risiko für das Personal trennen soll. 24 Jahre lang hat der 46-Jährige den Job als Türsteher ohne Beanstandung erledigt, "sauber gearbeitet und Zivilcourage bewiesen". Jetzt habe er als Konsequenz aus der Anklage aufgehört.

Am Laptop konnten sich die Prozessbeteiligten das Geschehen, das sich kurz nach 3 Uhr nachts abspielte, anschauen, wird der Eingangsbereich doch mit einer Videokamera erfasst. Man erkannte eine Gruppe von Männern, die auf einen Einzelnen eindrischt, mit einem klaren Anführer, der Faustschläge verteilte. Plötzlich laufen alle auseinander, das war die Sekunde nach dem Einsatz des Pfeffersprays.

Auf die Zeugen, drei "Opfer" waren geladen worden, wartete man gestern vergebens. Verteidiger Horst Epple betonte, dass er froh wäre, wenn jemand eingreife, sollten seine Kinder in eine solche Situation kommen. Er stimmte ebenso wie Staatsanwältin Natalia Gärtner der von Richter Stahl vorgeschlagenen Verfahrenseinstellung zu. Der Beschuldigte muss 500 Euro Geldauflage zahlen.