Münsingen Traumrendite mit der Schülerfirma

Norbert Tress erhielt für seine Bemühungen um die Schülerfirma einen Geschenkkorb überreicht.
Norbert Tress erhielt für seine Bemühungen um die Schülerfirma einen Geschenkkorb überreicht. © Foto: Reiner Frenz
Münsingen / Reiner Frenz 04.07.2018

Wo gibt es das noch – Traumrenditen von 70 Prozent? Nein, nicht bei einer windigen Anlagestrategiefirma mit Schiffsfonds oder dergleichen, die dann ihre Versprechen nicht einhalten kann und die Anleger arm macht, sondern am Münsinger Gymnasium. Am Montag hatte dort die Schülerfirma „Gscheide Nudla“ ihre Abschluss-Hauptversammlung, gab Rechenschaft ab über das Geschäftsjahr, ehe sie sich auflöste.

Ende Januar hatte die Schülerfirma, die am Gymnasium durch Lehrer Marc Müller initiiert worden ist, ihre erste Hauptversammlung mit den üblichen Formalien und Wahlen abgehalten. Damals war der Verkauf der drei Nudelsorten der Firma Tress gerade gestartet worden. Vorstandsvorsitzender Jonas Klink erinnerte jetzt daran, dass man froh gewesen sei, die Zusammenarbeit mit dem Münsinger Teigwarenhersteller fortsetzen zu können. Hauptverkaufsstätten seien die Firmen Stabile und Rewe in der Lichtensteinstraße gewesen. Bei Stabile durfte man ein Regal im Kassenbereich aufstellen, das regelmäßig mit den Nudeln bestückt wurde, im Rewe habe man an mehreren Samstagvormittagen einen Stand im Eingangsbereich gehabt, dort die Leute angesprochen und hohe Umsätze erzielen können.

Es habe weitere Verkaufsstellen gegeben, zudem wurden an einem Stand am Kunst- und Gartenmarkt Teigwaren verkauft. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Mehr als 1500 Packungen fanden ihre Abnehmer, so dass die Verkaufszahlen der Vorgänger-Schülerfirma deutlich gesteigert werden konnten: „Das war auch unser Ziel“, lachte Klink. Möglich sei das aber nur gewesen, weil alle zehn „Mitarbeiter“ wirklich ihre ganze Tatkraft in das Unternehmen gesteckt hätten. Dank der regelmäßigen Treffen sei Unternehmerfeeling bei allen Beteiligten aufgekommen.

Vinzenz Kuhn war in der Firma neben Theresa Goller für die Finanzen verantwortlich.  Er bilanzierte einen Überschuss von 1889 Euro, der in dieser Höhe durch die geringen Personalkosten zustande kam. Jeder Mitarbeiter erhält 50 Cent pro Stunde. 250 Euro werden jetzt ausbezahlt. Bis Ende des Monats erhalten auch die Anteilseigner, 90 an der Zahl, nicht nur ihre zehn Euro Einlagen, sondern 12 Euro und zwei Nudelpackungen, womit eine Rendite von 70 Prozent erreicht werde, so Kuhn.

1080 Euro gehen somit an die Anteilseigner, 200 Euro erhält die Kenia-Hilfe Schwäbische Alb. Es müssten dann noch „Steuern“ an Junior Expert berappt werden. Was dann noch übrig bleibe erhalte ebenfalls die Kenia-Hilfe. 300 Nudel-Packungen sind nicht verkauft worden. Diese werden jetzt an die Anteilseigner (180) und an die Mitarbeiter sowie den Münsinger Tafelladen verteilt.

Viel Freizeit geopfert

Norbert Tress von der Firma Tress nannte es bemerkenswert, dass die jungen Leute viele Stunden ihrer Freizeit geopfert und ein solch tolles Ergebnis erzielt hätten. Motivation war sicherlich auch die Tatsache, dass die Schülerfirma als Seminarkurs lief, womit sich die Mitstreiter das mündliche Abitur im nächsten Jahr schenken können. Dafür ist aber auch eine ausführliche Seminararbeit fällig gewesen sowie nächste Woche ein Kolloquium, bei dem die Schüler ihren Lehrern Rede und Antwort stehen müssen. Sollte aber jemand mit seiner Note für den Seminarkurs nicht glücklich sein, kann er oder sei optional doch ins mündliche Abitur gehen, informierte Klink, der zudem wusste, dass es auch im kommenden Jahr eine Schülerfirma geben wird. 14 Zehntklässler hätten sich dazu bereits angemeldet. Merke: Erfolg motiviert stark.

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