Richtig teuer wird der vermeintliche Ausflug eines 51-Jährigen mit seinem Motorrad. Der Münsinger Amtsrichter Joachim Stahl sah es nämlich als bewiesen an, dass der in Grafenberg wohnende Motorradfan am 13. April des vergangenen Jahres mit 95 statt der erlaubten 50 km/h in Gomadingen unterwegs war und dann auf Höhe des Gestütshofes Marbach geblitzt wurde.

Durchsuchung bringt Klarheit

Ein Sachverständiger konnte eine Identifikation des Betroffenen mit Hilfe des Blitzerfotos zwar nicht 100 prozentig bestätigen, musste er aber auch nicht. Denn die von Richter Stahl angesetzte Hausdurchsuchung in Grafenberg zeigte nach Ansicht des Gerichts, dass sowohl Helm, Schuhe und Handschuhe identisch mit denen auf dem Blitzerfoto sind. Der Betroffene, der keine Angaben zur Sache machen wollte, lies über seinen Rechtsanwalt verlauten, dass er zu diesem Zeitpunkt sein Motorrad verkaufen wollte und dass mindestens vier Personen in besagten Zeitraum eine Probefahrt mit seiner Maschine machten. Richter Stahl nahm dem Verteidiger die Geschichte jedoch nicht ab. Er verwies auf die von der Polizei gefundenen Kleidungsstücke bei der Hausdurchsuchung  und verhängte eine Geldstrafe von satten 400 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot. Zusätzlich muss der Betroffene die Gerichtskosten noch berappen.