Anlässlich der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie hat die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) die Mitarbeiter der Münsinger Werke der Walter AG sowie der Mewesta Hydraulik GmbH und Co KG zum Warnstreik aufgerufen. Rund 150 Beschäftigte folgten dem Aufruf und bildeten unter anderem eine Menschenkette zwischen den beiden Betrieben, um ihre Solidarität auszudrücken. „Die IG Metall setzt sich für Beschäftigungssicherung, einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge und Entgeltstabilisierung ein“, erklärt Gewerkschaftssekretär Ralf Jaster von der IG Metall Reutlingen-Tpbingen. „Der Arbeitgeberverband Südwestmetall will dagegen etablierte Bestandteile der Tarifverträge verschlechtern, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder den Alterskündigungsschutz.“
Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten kommen in der Tat nicht voran. Auch in der vierten Runde am Dienstag in Kornwestheim bei Stuttgart gingen Arbeitgeber und Gewerkschaft nach rund vier Stunden ohne größere Annäherung auseinander. IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger machte zugleich schon mal klar, dass man durchaus in der Lage sei, den Warnstreik-Druck zu erhöhen, falls sich bis Ostern nichts bewege. „Eine Lösung vor Ostern ist denkbar, braucht aber gegenüber den bisherigen Verhandlungsfortschritten einen deutlichen Sprung“, sagte Zitzelsberger.
Zunächst soll eine Expertengruppe spezielle Punkte klären, die für die Branche in Baden-Württemberg besonders relevant sind. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall zählt dazu vor allem tarifliche Sonderleistungen, die er kürzen will. Die IG Metall hingegen will die Lage der dual Studierenden verbessern, für die der Tarifvertrag bisher nicht gilt.
Südwestmetall-Chef Wilfried Porth sprach von einer schwierigen Situation in den Gesprächen. Vom Ziel, die Kosten für die Unternehmen zu senken, weiche man nicht ab. „Im Moment haben beide Seiten ihre Linien gehalten, was die ganze Sache nicht unbedingt einfacher macht“, sagte er und kritisierte erneut, dass die IG Metall schon Warnstreiks über den Verhandlungstag hinaus angesetzt hatte.
Die IG Metall fordert unter anderem vier Prozent mehr Geld - entweder in Form von Lohnsteigerungen oder als zumindest partiellen Ausgleich, wenn ein Betrieb in der Krise die Arbeitszeit reduziert. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall lehnt das ab und fordert stattdessen, tarifliche Sonderleistungen zu kürzen. Das wiederum will die Gewerkschaft nicht mitmachen.
Parallel zu den laufenden Verhandlungen hatte die IG Metall erneut zu Warnstreiks aufgerufen und will das auch weiterhin tun. Allein im Mercedes-Benz-Werk in Untertürkheim legten schon bis zum späten Vormittag rund 9000 Beschäftigte zeitweise die Arbeit nieder. Wann und wie genau man die Aktionen gegebenenfalls verschärfe, werde man dann sehen, sagte Zitzelsberger. Es gebe keine Automatismen.