Hohenstein / swp

Sturmtief Eberhard hielt am Sonntagnachmittag die Bereitschaften der Netze BW besonders in der Albregion mit einer Reihe von Stromausfällen in Atem. Die Zentrale Leitstelle in Ravensburg hatte wegen der Vielzahl der in der Regel kleinräumigeren Störungen sogar Verstärkung angefordert. Am meisten Haushalte und Betriebe waren von einem Kurzschluss im Mittelspannungsnetz im Süden von Hohenstein betroffen.

Nahe dem Ludwigshof krachte um 12.30 Uhr ein Baum so heftig in die 20 000 Volt Freileitung, dass es nicht nur einen Kurzschluss gab, sondern auch die Traversen zweier Masten stark beschädigt wurden. Zu spüren war der Stromausfall vor allem in Bernloch, Meidelstetten und Ödenwaldstetten.

Nach Ortung der Fehlerstelle gelang es der Bereitschaft innerhalb nicht einmal einer halben Stunde, durch Umschaltungen einen großen Teil der Anschlüsse wieder ans Netz zu bringen. Bis 13.20 Uhr waren die meisten Haushalte und Betrieb wieder versorgt. Nur einige wenige Höfe im nahen Umfeld der Störungsstelle mussten sich bis kurz vor 16 Uhr gedulden.

Um den beschädigten Abschnitt freischalten zu können, hatten die Monteure zunächst auf einen Mast zu klettern und an dem dortigen Abzweig eine sogenannte Trennstelle zu öffnen. Die in Mitleidenschaft gezogenen Traversen wurden im Laufe des Montags genau untersucht und sollen im Anschluss möglichst bald repariert werden.

Zum Hintergrund

Bei der Netze BW ist das 20 000 Volt-Mittelspannungsnetz grundsätzlich in Form offener Ringe aufgebaut. Deshalb kann im Störungsfall ein beschädigter Leitungsabschnitt – in der Regel zwischen zwei Ortsnetzstationen – herausgeschaltet werden. Durch weitere Schaltmaßnahmen innerhalb dieser Ringstruktur können betroffene Stationen meist mithilfe von „Umleitungen“ von der anderen Seite wieder ans Netz genommen werden, schon bevor die Reparatur der Schadensstelle beginnt. Die sollte dann aber möglichst rasch erfolgen, damit der Vorteil der offenen Ringe erhalten bleibt. In so einer Ortsnetzstation wird der Strom von 20 000 Volt Mittelspannung auf die in Haushalten und Betrieben übliche Ortsnetz- oder Niederspannung von 230/400 Volt heruntertransformiert.