Münsingen Sternenberg geht zurück an die Bundesanstalt

Ist jetzt wieder in der Obhut der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA): der Sternenberg-Turm im ehemaligen Truppenübungsplatz.
Ist jetzt wieder in der Obhut der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA): der Sternenberg-Turm im ehemaligen Truppenübungsplatz. © Foto: Joachim Lenk
Münsingen / JOACHIM LENK 20.01.2016
Der Schwäbische Albverein hat den Aussichtsturm Sternenberg auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz an die BImA zurückgegeben. Der Grund: Die Kosten für die Sanierung steigen stetig.

Der Schwäbische Albverein (SAV) hat 2007 nach dem Abzug der Bundeswehr drei ehemalige Beobachtungstürme aus Stahl auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz erworben. Außerdem mietete er den gemauerten Sternenberg-Turm bei Böttingen. Seitdem sind die Himmelstürmer, wie sie viele Wanderer nennen, für die Bevölkerung geöffnet.

In den vergangenen Jahren hat der SAV mehrere zehntausend Euro in Erhaltung der vier Türme gesteckt, teilt Günter Walter mit, der beim Ermsgau für die Aussichtstürme im Herzstück des Biosphärengebietes zuständig ist. Viel Geld habe auch der Sternenberg-Turm verschlungen. Und weil an dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude weiterhin der Zahn der Zeit nagt, hat das Präsidium in Stuttgart beschlossen, den Aussichtsturm Ende 2015 an die Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), zurückzugeben.

"Ja, seit Anfang dieses Monats kümmern wir uns wieder um den Sternenberg-Turm", bestätigt Dietmar Götze, der Chef des Bundesforstamts Heuberg in Meßstetten (Zollernalbkreis), das auch für den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen zuständig ist. Für Wanderer, die den Turm besichtigen möchten, ändere sich aber nichts. Er ist weiterhin für die Öffentlichkeit geöffnet, versichert Götze.

Er weiß, dass viele Menschen den "Ort der Stille" schätzen. Man hat nämlich nicht nur die Möglichkeit, den acht Meter hohen Aussichtsturm zu besteigen, man kann auch auf vier großen Liegen den Blick Richtung weitläufige Landschaft genießen.

Natürlich stehen den Wanderern auch noch Sitzbänke zum Ausruhen zur Verfügung. Vor knapp vier Jahren hat der Bundesforst den Weg vom Parkplatz beim Böttinger Gemeindehaus aus befestigt und abgesplittet.

Der Sternenberg-Turm wurde während der Kaiserzeit um 1900 auf dem damaligen Schießplatz Münsingen gebaut. Für die militärische Ausbildung mussten seinerzeit nach entsprechenden Vorschriften Behelfsbauwerke angelegt werden. Der Turm diente als markanter Punkt zur Orientierung im Gelände. Zusätzlich wurde er für Vermessung, zum Entfernungen schätzen und zur Zielansprache genutzt.

Anfangs war er als eine nicht funktionsfähige Windmühle getarnt, bevor der "Sternenberg" Mitte der 1930er-Jahre von der Wehrmacht zu einem Fernmeldeturm umgebaut wurde. 1993 renovierte die Bundeswehr das Relikt aus vergangenen Tagen.

Seit 2007 ist das acht Meter hohe Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei guter Sicht sind im Süden die Alpenkette und der Bussen, Oberschwabens heiliger Berg, zu sehen, im Westen die ehemalige Soldatensiedlung Altes Lager und das Gewann Gänswag. Auch im Blickfeld: die ehemaligen Schießbahnen 8, 9 und 10 sowie die Türme Lindequist und Seeckt.

Öffnungszeiten der Türme

Der Sternenberg-Turm ist an Sonn- und Feiertagen von Mitte März bis Mitte November von 8 Uhr an bis Sonnenuntergang geöffnet. Unter der Woche und während der Wintermonate ist der Schlüssel für das Gebäude, wie auch für die anderen Aussichtstürme Hursch (42 Meter) und Waldgreut (20 Meter) bei Zainingen sowie Turm Heroldstatt (30 Meter) bei Ennabeuren, gegen Kaution bei verschiedenen Stellen abzuholen. Weitere Informationen und Anlaufstellen gibt es unter dem Button "Türme und Wanderheime" bei www.albverein.net im Internet.

LEJO

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