Münsingen Steine, übellauniger Dinosaurier und ein Zyklop

Prima Solisten und ein toller Unterstufenchor: Die Münsinger Gymnasiasten haben "Der kleine Brocken" aufgeführt und dafür viel Beifall geerntet. Foto: Simon Wagner
Prima Solisten und ein toller Unterstufenchor: Die Münsinger Gymnasiasten haben "Der kleine Brocken" aufgeführt und dafür viel Beifall geerntet. Foto: Simon Wagner
SIMON WAGNER 14.02.2012
Mit großem Erfolg und vor jeweils über 100 Zuschauern, brachten die Schüler des Münsinger Gymnasiums am Wochenende das Musical "Kleiner Brocken" gewitzt und effektvoll inszeniert auf die Bühne.

Eine Höhle, irgendwo auf der Alb. Dort, wo man abgeschiedene Stille, allenfalls noch das Geräusch herabfallender Wassertropfen erwarten würde, herrscht aufgeregtes Gerede. Im dunklen Bauch der Erde geht es hoch her. Die dort lebenden Kristalle, der Stalagmit, der Goldklumpen und die Felsspalte konkurrieren wortreich um das Prädikat "besonders wertvoll". In ihrer Eitelkeit können sie sich erwartungsgemäß nicht darauf einigen wer wohl der "Tollste" ist, aber eins ist ihnen dennoch klar: Sie alle sind dem unscheinbaren Brocken in ihrer Pracht und Besonderheit um Längen überlegen. Ihr Glaube besteht bis zu dem Zeitpunkt, indem der kleine Felsbrocken die abgeschiedene Unterwelt, samt ihrer glanzvollen und eitlen Bewohner, couragiert vor allzu neugierigen Blicken und Zugriffen ihrer Besucher bewahrt.

Es war das Finale eines zunächst abstrus daherkommenden Plots. Wer kommt schon auf die Idee, Gestein als Protagonisten einer Story auftreten zu lassen, in der nicht nur die Evolutionsgeschichte umrissen ist, sondern in der neben einem Schnabeltier auch weitgereiste Aliens auftreten? Der Hobby-Mineraloge und Musiklehrer am Münsinger Gymnasium Steffen Hinger wars. Er goss seine langgehegte Idee in musikalische Szenen, Edgar Braig kümmerte sich um die textliche Gestaltung der kreativen Erzählung. Heraus kam das Musical "Kleiner Brocken". Das gewitzte Werk hatte unter der Regie von Caroline Brandt und der Choreografin Ulrike Eurich am Samstagabend Uraufführung und begeisterte auch am Sonntag und Montag jeweils weit über hundert Zuschauer in der Aula des Münsinger Gymnasiums.

Auf der aufwändig und kreativ gestalteten Bühne, entspann sich, die in zehn kurzen Szenen abgefasste Handlung, mit den prächtig ausstaffierten Darstellern: Der Höhle statteten etwa die unbekümmerte bis schnippische Ursuppe (Annabell Burkhard), der übel gelaunte "Gozillosaurus Rex" (Carolyn Brändle) oder der tobende Zyklop (Hanna Tröster) einen Besuch ab.

Mit schauspielerischem Geschick, aber auch mit sängerischen Leistungen, konnten die wechselnden Hauptdarsteller durchweg überzeugen - ebenso wie der restliche Unterstufenchor des Gymnasiums. Er baute sich ein ums andere Mal vor der Bühne auf und kommentierte mit gesungenen, klangstarken Erklärstücken und zusammen mit der bestens aufgelegten Musical-Band, das bunte und lebendige Treiben auf der Bühne.

Schnell verströmten die Schüler so jenen Charme, in dessen Folge ihr Auftritt zu einem augenzwinkernden Husarenritt entlang menschlicher Unzulänglichkeiten wurde - getreu dem Motto: Steine sind auch bloß Menschen. Alle 44 Schüler der Klassen sechs und sieben setzten den schier endlos erscheinenden Einfallsreichtum des Urheberduos Hinger/Braig mit Hingabe und Engagement um und glänzten dabei mit beeindruckender, ungebremster und einnehmender Spiellust.

Der Spaß auf der Bühne strahlte sich so in den Minen der stolzen Eltern, aber auch der übrigen Zuschauer wider. Ihr Dank für einen vergnüglichen Nachmittag gipfelte nicht nur in immer wiederkehrenden Szenenapplaus, sondern auch in den abschließenden Begeisterungsbekundungen.

Etwas erleichtert und sichtbar froh, nahmen die Musicaldarsteller auch den Dank von Schulrektor Karl-Wilhelm Röhm entgegen. Sein Lob richtete sich an alle, die auch im Hintergrund an dem neuerlichen Erfolg des musikalischen Schulprojekts mitgewirkt hatten.