Auf dem Schachen bei Buttenhausen hat das Projekt Sternenpark Schwäbische Alb derzeit das Meteorcamp 2013 eingerichtet. Der Grund: Um den 11. August herum tritt das Maximum der Perseiden auf, P?RSE"I?DN?]eines jährlich wiederkehrenden Meteorstroms. Am Samstag hatten die Organisatoren öffentlich zum Sternschnuppen-Schauen eingeladen und mehr als 50 Interessenten waren gekommen, um gemeinsam in den nächtlichen Albhimmel zu schauen.

Der Schachen ist dafür ein geeigneter Ort, ist hier doch die Lichtverschmutzung relativ gering. Was es mit ihr auf sich hat, erläuterte Matthias Engel, einer der Initiatoren des Sternenpark-Projekts. Gemeint sei die Aufhellung des Nachthimmels durch unnötig abgestrahltes Licht. Negative Folgen seien unter anderem die Beeinträchtigung der Gesundheit von Mensch und Tier, die Verschwendung von Energie, das Verblassen des Blicks auf die Sterne.

Selbst auf der relativ dünn besiedelten Alb gebe es nur noch wenige Flecken, wo ungetrübter Blick in den Sternenhimmel möglich sei, was auch an den riesigen Lichtglocken der Städte liege.

Nicht nur Sternschnuppen konnten am Samstag auf dem Schachen beobachtet werden, sondern auch Sterne und Galaxien. Dazu standen eine Reihe von Linsenteleskopen, aber auch ein Spiegelteleskop zur Verfügung. Letzteres wurde von Hobbyastronom Matthias Pagano selbst hergestellt. Mit Bildern und Videoclips erläuterte er den aufwändigen Produktionsprozess, der eineinhalb Jahre in Anspruch genommen hatte. Die meiste Arbeit bereitete dabei der Hauptspiegel mit einem Durchmesser von einem halben Meter. 37 Millimeter dick ist das Glas, das zur Mitte hin um sieben Millimeter vertieft werden musste. Zunächst ging Pagano durchaus rustikal mit einer Flex zu Werke, um das meiste Material zu entfernen. Anschießend schliff er mit Hilfe einer Granitplatte und einem Schleifmittel weiter. Die Korngrößen seien immer feiner geworden, am Schluss hätten sie nur noch drei Tausendstel Millimeter betragen. Nächster Schritt war die Politur, die mit einer Pechplatte erfolgte. Zum Schluss wurde der fertige Spiegel mit einer Aluminiumschicht versehen, was 90 Prozent Reflexion bedeutete. Paganos Teleskop weist eine Brennweite von 2,3 Metern auf, kann problemlos demontiert werden und ermöglicht die Beobachtung weit entfernter Galaxien.

Till Credner, der das Camp organisiert hatte, erläuterte, was es mit den Sternschnuppen auf sich hat. Es handle sich um kleine Gesteinsbrocken im Grammbereich, die in unsere Atmosphäre eindringen, mit 10 bis 70 Kilometern je Sekunde! Was leuchte, das sei der Sauerstoff in der Luft, der Ionisationskanal. Der scheinbare Ursprung der Perseiden, die dieser Tage zu sehen sind, liegt im Sternbild Perseus, das namensgebend sei. Die Staubteilchen stammen vom Kometen Swift-Tuttle, der die Sonne alle 130 Jahre umkreise. Mitte August kreuzt die Erde die Staubspur, die dieser Komet im All hinterlassen habe.

Nach dem wissenschaftlichen Briefing richteten sich in der mittlerweile anbrechenden Nacht die Blicke Aller nach oben. Gegen 22.15 Uhr verzogen sich überraschend schnell die zuvor noch dicken Wolken und um 22.30 Uhr war aus vielen Kehlen ein "Aaaahh" zu hören, als die erste Sternschnuppe auftauchte. Manch Besucher wird sich in diesem Moment etwas gewünscht haben. Es sollte eine gute Nacht für die Beobachter werden, binnen einer Stunde wurden sieben Meteore gezählt. Und: Die Raumstation ISS zog gegen 22.35 Uhr gut sichtbar über den Schachen in Richtung Nordosten hinweg. Übrigens: Heute Nacht ist die Chance, eine Sternschnuppe zu sehen, sehr groß.