Seit 1998 gehört zum Jahresprogramm der Astrid-Lindgren-Schule in Münsingen das Kartoffelprojekt. Es ist aus der Idee heraus entstanden, "dass Schülerinnen und Schüler aus Münsingen einen Bezug zu ihrer Heimat und zur Erzeugung von gesunden Nahrungsmitteln handelnd und nachhaltig erfahren können". Das Staatliche Forstamt Münsingen stellt dafür einen Acker auf dem Beutenlay zur Verfügung, auf dem die Kinder der 2. Klassen im Frühjahr Kartoffeln stecken, deren Entwicklung sie bei Lerngängen intensiv verfolgen und Pflegemaßnahmen durchführen. Im Herbst ernten dann die Drittklässler die reifen Kartoffeln. Kartoffelmarkt und Kartoffeltag runden das Projekt vor den Herbstferien ab.

Kaum konnten es jetzt die fleißigen Kartoffelsammler erwarten, bis Landwirt Kloker im Beisein von Förster Engelhart, Rektorin Uthe Schekel, den Lehrerinnen der Schule und freiwilligen Helfern den Kartoffelroder in Gang setzte und die Früchte ans Tageslicht schleuderte. Mit Jubel und großem Eifer sammelten sie ihre Eimer voll und waren am Ende stolz auf ihre Leistung. Zur Belohnung durften sie am Holzfeuer rohe Kartoffeln braten und erleben, wie herrlich die schmeckten, "besser als Pommes frites", wie einige Feinschmecker anmerkten.

Der "Kartoffeltag" in der Schule zielt darauf ab, das Thema vielseitig weiter zu beleuchten: Ein "Kartoffellied" macht den Anfang, dann gehören Waschen, Wiegen, Eintüten und Verzieren der Kartoffeltüten zum Programm. Gerne kochen die Kinder und machen Versuche, etwa Stärkenachweis oder Stromerzeugung. Musisch-ästhetische Momente werden beim Druck mit Kartoffeln, beim Spiel "Kartoffelkönig", beim Kartoffelquiz oder bei Gedichten über die Kartoffel angesprochen.

Für Kinder der Grundschule haben solche Projekte ohne Frage einen hohen Stellenwert als Gegenpol zur digitalen Welt, der sie zunehmend ausgesetzt sind. Die Begeisterung der Kinder liefert den Beweis und bestätigt die Bemühungen der Schule.