Rebecca Hummel von der Stadt Münsingen sah es pragmatisch: .„Das Wetter kann sein, wie es will – unser Markt hat sich so gut etabliert, dass trotzdem Leute kommen. Natürlich wären bei Sonnenschein und warmen Temperaturen wohl weit mehr gekommen, aber so ließ es sich gemütlich ganz ohne Gedränge an den Ständen vorbei schlendern, schauen und einkaufen.

Schade war nur, dass sich doch in der ganzen Innenstadt und auch auf dem Rathausplatz große Lücken auftaten: „Mindestens zehn Händler haben ganz kurzfristig ihre Teilnahme abgesagt“, bedauerte Rebecca Hummel. Sie war am Stand der Stadt vertreten und stellte die neue App vor, die die Nutzer über alles Wichtige in Münsingen in Kenntnis setzen soll. „Als kleines Schmankerl kann sich jeder von uns mit Hilfe der aufgestellten Fotobox fotografieren lassen und das Bild gleich mitnehmen“. Von diesem Angebot machten doch recht viele Marktbesucher Gebrauch.

Ein Großteil der Besucher war aus dem Tal heraufgekommen, um sich mit Dekorationsartikeln für Haus und Garten, mit Pflanzen und Gartenmöbeln, mit Wohntextilien, Insektenschutz, Lammfellprodukte, Kleidung, Accessoires, Hautpflegeprodukten, Gewürze, Käse oder Wurst einzudecken. Leider war es zu kalt und immer wieder auch zu nass, um lange unter freiem Himmel zu verweilen und sich mit deftigen oder süßen Köstlichkeiten verwöhnen zu lassen. „Statt Eis gibt´s heute dann halt heiße Kartoffelcremesuppe und wärmenden Kaffee“, meinte Bürgermeister Mike Münzing, der Gäste in einer gemütlich eingerichteten Stube unter den Arkaden des Alten Rathauses bewirtete.

Er sprach von einem „echten Marktwetter“, auf das man sich kleidertechnisch ja durchaus einstellen könne. Wer also mit zu leichter Jacke gekommen war, konnte vielleicht sogar bei den Einzelhändlern, die an diesem Tag verkaufsoffen hatten, ein echtes Schnäppchen machen.

Die BruderhausDiakonie Buttenhausen ist jedes Jahr beim Kunst- und Gartenmarkt vertreten, dieses Mal war sie gleich mit vier Ständen mit Produkten der Gärtnerei, der Handweberei, der Tagesbetreuung und der Kunsthandwerkstatt präsent. „Für unsere Einrichtung ist dies eine hervorragende Gelegenheit neben unserem eigenen jährlichen Basar, uns und unsere Arbeit nach außen zu präsentieren“, erzählte Anna Vöhringer. An ihrem Stand verkaufte sie genähte und zweckvolle Taschen aus Vintagestoffen, Dekorationsartikel aus Töpferware und Sitzgelegenheiten aus alten Tonnen. „Diese Sachen entstehen alle im Alltag unserer Klienten. Durch den Verkauf erfahren sie Wertschätzung für ihre Arbeit. Das macht sie stolz“, meinte Anna Vöhringer. Ihr Stand erregte großes Interesse, sie kam mit den Besuchern ins Gespräch und konnte über Therapie- und Beschäftigungsformen anhand des Sortiments informieren.

Uta Goerlich aus Kohlstetten verkaufte gemeinsam mit Sabine Lang für den Förderverein Jukumu Letu Deutschland Kunsthandwerk aus Kenia, das dort von Müttern in den Slums von Nairobi hergestellt wird und rund 350 Kindern in einer Betreuungsstätte zugute kommt, die nur mit Hilfe von Spenden Kindergarten und Schule besuchen und mit Essen versorgt werden können. Allerdings liefen hier die Geschäfte spärlich an, doch die beiden Frauen freuten sich über die Gelegenheit, ihren Verein vorzustellen und über die zu unterstützende Betreuungsstätte zu informieren.

Auch für Kinder war einiges geboten. Sie konnten Karussell fahren, Spielgeräte ausprobieren oder am Stand der Grünen/Bündnis 90 Blumentöpfe bemalen und diese anschließend mit Zuckererbsen, Senf, Karotten oder Sonnenblumen bepflanzen und mit nach Hause nehmen. Im mobilen Kunstatelier vom Interim-Mobil bestand die Möglichkeit zur kreativen Tätigkeit unter Anleitung, außerdem war das Bungee-Trampolin insbesondere bei den größeren Kindern gefragt.