Siebzig Kinder, 50 erwachsene Helferinnen und Helfer und ein ganz großes Projekt: eine Stadt aus 100 000 Legosteinen, aufgebaut in nur eineinhalb Tagen. Dieses Experiment wagte am vergangenen Wochenende die Evangelische Kirchengemeinde Gomadingen, und es gelang: Am Abend des zweiten Tages stand die Stadt. Entstanden waren am Ende aber nicht nur Häuser aus kleinen, bunten Steinen – sondern auch eine bleibende Freude der Teilnehmer an der in dem Projekt gemeinsam verbrachten Zeit und vielleicht auch so manche neue Freundschaft.

Für die Organisatoren war das Vorhaben durchaus ein Wagnis, erzählt Mitorganisatorin Monika Strobel: Schließlich bedeutete die Umsetzung der Legostadt für die Evangelische Gemeinde nicht nur einen finanziellen Aufwand, sondern auch einen großen Einsatz freiwilliger Helfer. Was zunächst schleppend anlief, entwickelte sich dann aber zum Selbstläufer: Nicht nur siebzig Kinder hatten sich angemeldet – die meisten zwischen acht und zwölf Jahren, aber auch einige Sechs- und Siebenjährige waren dabei – sondern auch rund 50 erwachsene Helfer.

Mit deren Hilfe bauten die Kinder aus rund 100 000 Legosteinen eine Stadt auf, mit Kaufhaus und Flughafen, mit Fußballstadion, Parkhaus, einem Hafen, Villen, Wohnblocks und selbst geplanten Traumhäusern der Kinder und natürlich einer Kirche: Denn mit dem gemeinschaftlichen Großprojekt die christliche Botschaft zu vermitteln, ist die tragende Idee hinter dem Legoprojekt. Auf den Weg gebracht haben es die Gomadinger gemeinsam mit dem „Forum Wiedenest“, einem Bildungs- und Veranstaltungszentrum im nordrhein-westfälischen Bergneustadt-Wiedenest.

Unterstützung aus NRW

Aus Nordrhein-Westfalen auf die Alb kam Damaris Berndt, die viele Wochenenden im Jahr Legostädte aufbaut und in Gomadingen begeistert aufgenommen wurde. Als Ansprechpartnerin und Macherin war sie in den drei Tagen nicht nur bei den Kindern gefragt, sondern auch bei den erwachsenen Betreuern.

Wo 50 und mehr Kinder auf einem Raum zusammen sind, wird es natürlich auch mal laut. Die Organisatoren haben sich daher nicht nur um den Aufbau der Stadt, sondern auch um ein reges Rahmenprogramm gekümmert. Mit Eierlaufen, Bobbycar-Rennen und Sackhüpfen hatten die Kinder auch draußen viel Spaß und frische Luft, um sich später wieder um die kleinen, eckigen Steine und bunten Figuren kümmern zu können.

Mit Hotdogs, Gemüse, Obst und gespendetem Gebäck sorgten die Organisatoren dafür, dass auch die Mägen nicht leer blieben. Besonders gefreut hat die Macher, dass für das Projekt viele ins Gemeindehaus kamen, die sonst kaum am Gemeindeleben im Ort teilhaben. So waren nicht nur Kinder und Helfer der mitunterstützenden Kirchengemeinden in Dapfen, Kohlstetten, Kleinengstingen und Bernloch-Meidelstetten in und um das Gemeindehaus aktiv, sondern auch so mancher Neu-Gomadinger.

Mit Lego nachgestellt

Nach dem gelungenen Aufbau der 20 Quadratmeter großen Stadt am Freitag und Samstag wurde am Sonntag gefeiert: in einem gemeinsamen Gottesdienst in einer selten so vollen Gomadinger Martinskirche, wie sich Pfarrer Johannes Streib freute. Begleitet von einem eigens gegründeten Musik­ensemble, sangen, beteten und feierten Kinder und Erwachsene und hörten die Geschichte des Zachäus, in dessen Haus Jesus zu Besuch kam – eine Predigt, die Damaris Berndt mit Legofiguren und Bildern der gebauten Häuser überaus sehenswert und kreativ illustrierte.

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Kinder von sechs bis zwölf Jahren bauten gemeinsam an der Legostadt, zu der auch ein meterhohes Hochhaus gehörte. 50 Betreuer setzten sich ehrenamtlich für das Projekt ein.