Die Gemeindeprüfanstalt (GPA) hat den Anstoß gegeben: Sie mahnte die Wettbewerbsneutralität für andere Bestatter auf den Münsinger Friedhöfen an. Alle dort anfallenden Aufgaben werden nämlich  seit Jahren von der Firma Weible erledigt. Das wird sich jetzt nach dem Beschluss des Gemeinderats in der jüngsten Sitzung ändern: Die Stadt übernimmt – vom Gräber ausheben über die Begleitung der Trauerfeierlichkeiten bis zur Kontrolle, ob alle Vorschriften eingehalten werden.

Bevor die Idee auf den Tisch kam, habe man abgewogen, ob man die Verwaltung ausschreibe oder sie selbst übernehme, so Anja Leuze vom Schul-, Sport- und Kulturamt. Die positiven Argumente für eine kommunale Verwaltung hätten beim Vergleich überwogen. Dazu zählen: einheitliche Koordination und nur ein Ansprechpartner für die Bürger, Transparenz der Tätigkeiten und Aufgaben, Wettbewerbsneutralität für alle Bestatter, bessere Kontrolle und Pflege der Friedhöfe und Leichenhallen, einheitliche Friedhofsordnungen sowie – und das ist für die Bürger sehr interessant – niedrigere Kosten für die Grabherstellung. Das ist möglich, weil die Kommune zum einen von der Mehrwertsteuer befreit ist, zum anderen auf ihre Leistungen keine Gewinnmarge drauf rechnen darf.

Zusätzliches Personal nötig

Dass für die zusätzliche Aufgabe auch zusätzliches Personal gebraucht wird, versteht sich von selbst. Für die technische und organisatorische Friedhofsverwaltung werden deshalb zwei Vollzeitstellen geschaffen. Und natürlich brauchen die Mitarbeiter Maschinen und Arbeitsgeräte. Die werden jetzt gekauft, 100 000 Euro stehen dafür im laufenden Haushalt bereit.

Die Firma Weible hat bereits den Dienstleistungsvertrag mit der Stadt auf Ende des Jahres gekündigt.

Dr. Gerhard Schnitzer (Liberale Bürger) ließ sich erklären welche Aufgabe hinter Gräberbewirtschaftung und Bestattungsordner stehen. Seinem Fraktionskollegen Walter Stärk war es ein Anliegen, dass die Mitarbeiter auf die „Belange der einzelnen Ortschaften eingehen und mit den Ortsvorstehern sprechen“. Harry Zilz (SPD) hegte Zweifel, ob die Personalkalkulation passe: „Kommen wir damit aus?“ Bürgermeister Mike Münzing erklärte, man habe mit Durchschnittswerten gerechnet, und im Zweifelsfall stehe im Hintergrund auch noch der Bauhof. Während sich die Böttinger Ortsvorsteherin Margit Simmendinger freute, dass „die Stadt wieder Herrin der Friedhöfe ist“, wünschte Schnitzer, „dass die Stadt nicht immer mehr Aufgaben an sich ziehen sollte“.

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