Eine ganz besondere Spendenübergabe für Kevin Okon gab es kurz vor Weihnachten beim VfB Stuttgart. Ein neuer Rollstuhl PR 50 – gespendet von der Pfronstetter Firma Paravan – und obendrein noch eine Begegnung mit den Spielern seiner Lieblingsmannschaft: Kevin Okon fehlten die Worte. Die Aktion geht auf eine Initiative zwischen dem VfB Stuttgart und der Paravan GmbH zurück.

Bekennender Fan des VfB Stuttgart.

Okon arbeitet in den Neckartalwerkstätten und ist bekennender Fan des VfB Stuttgart. Mit seiner Dauerkarte ist er bei jedem Heimspiel seiner Mannschaft dabei. Der 28-Jährige ist von Geburt an körperlich beeinträchtigt und seit 2016 auf einen Rollstuhl angewiesen. Seit 2014 arbeitet er in den Neckartalwerkstätten der Caritas in Stuttgart-Hedelfingen, die mit „VfB fairplay“ kooperieren. Im Moment ist Okon noch mit einem Aktivrollstuhl unterwegs, fährt jeden Tag anderthalb Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Zuffenhausen nach Hedelfingen.

So lange es geht mit eigener Kraft

„So lange es geht, möchte ich den Weg aus eigener Kraft bewältigen“, sagt er bei der Übergabe. Doch an seinem Arbeitsplatz ist er auf den Elektro-Rollstuhl angewiesen, um überall ran zu kommen und effektiv arbeiten zu können. Mit Blick auf sein fortschreitendes Krankheitsbild wird er in naher Zukunft allerdings auch die Strecke zwischen seinem Arbeitsplatz und seiner Wohnung mit dem Elektro-Rollstuhl zurücklegen müssen.

Der von Paravan entwickelte PR 50 ist ein Vollfunktionsrollstuhl, der auch direkt als Fahrersitz eingesetzt werden kann. „Somit ist er ein zentraler Baustein für die ganzheitliche Paravan-Lösung, um Menschen mit schweren Bewegungseinschränkungen wieder zu einer selbstbestimmten Mobilität zu verhelfen“, erklärt Stefan Ludwig, Leiter Rollstuhlsysteme bei dem Pfronstetter Unternehmen. Er verfügt über eine siebenfache elektrische Verstellung, leistungsstarke Antriebsmotoren und ist für den Innen- und Außenbereich geeignet.

Mehr Flexibilität am Arbeitsplatz

Mit einer minimalen Lifthöhe von 42 Zentimetern kann Kevin Okon mit dem E-Rollstuhl bequem unter die Werkbank fahren, allerdings durch die maximale Sitzhöhe von 80 Zentimetern auch mit anderen auf Augenhöhe kommunizieren oder weit oben liegende Gegenstände erreichen. „Damit ist er an seinem Arbeitsplatz jetzt deutlich flexibler“, berichtet Gerhard Sohst, Leiter der Neckartalwerkstätten des Caritasverbandes in Stuttgart.

Mit der eingebauten stufenlosen Kantelfunktion kann er den Rollstuhl wahlweise als Aufstehhilfe oder zum Entspannen nutzen, mit einem Kantelungswinkel bis zu 50 Grad nach hinten und 20 Grad nach vorne. „Der Rollstuhl stellt für die Bewegungseinschränkungen von Kevin Okon, der bisher mit einem klassischen Aktivrollstuhl unterwegs war eine zukunftsfähige Lösung dar, die ihm später einmal ermöglicht, unabhängig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu kommen“ sagt Stefan Ludwig.

Besserer Blick aufs Spielfeld

Obendrein verschafft die Höhenverstellung Kevin Okon, der bei fast jedem Heimspiel in der Mercedes-Benz-Arena ist, einen optimalen Blick auf das Fußballfeld. „Man spürt den VfB-Spirit bereits, wenn man den Empfang in den Werkstätten betritt“, berichtet Ludwig. „Überall hängen VfB-Fahnen. Hier sind viele echte Fans zuhause. Daher ist der Elektro-Rollstuhl auch in den Fan-Farben gehalten.“ Die Unterschriften der VfB-Spieler bei der Spendenübergabe machen den Rolli zudem zu einem echten Unikat. „Mein größter Wunsch war es, einmal Mario Gomez zu treffen“, berichtet Kevin Okon ganz begeistert.

Autogramme auf dem Rollstuhl

Als er dann aber nicht nur auf seinem Rollstuhl unterschrieben hat, sondern sich auch Zeit für gemeinsame Fotos genommen hat, war das für den 28-Jährigen etwas ganz Besonderes. Auch Jochen Röttgermann, Vorstand Marketing und Vertrieb beim VfB, freute sich mit Kevin und dankte Paravan für die Spende.

Auch im Privatleben neue Möglichkeiten

Mit dem neuen Rollstuhl kann Kevin Okon seinen Radius auch im privaten Umfeld erweitern. „Diese Selbstständigkeit möchte ich mir auch weiterhin bewahren und nicht mit einem Fahrdienst zur Arbeit gebracht werden“, freut sich Okon. „Er kann nun auch Entfernungen bewältigen, die ihm bisher verschlossen waren“, ergänzt sein Arbeitgeber. Durch den elektrischen Rollstuhl kann er seine Lebensqualität steigern und ohne fremde Hilfe auch weitere Distanzen zurücklegen.“