Transportfähig, energieerzeugend und komplett recyclingfähig: Diese Anforderungen hat das „Aktivhaus B 10“, das von der Firma SchwörerHaus als Flying-Space im Mai 2014 in der Stuttgarter Bauhaussiedlung Weißenhof errichtet wurde, erfüllt. Fünf Jahre lang wurden in dem als Prototyp entworfenen Modellhaus, ausgestattet mit modernster Technik, in einem durch den Bund geförderten Projekt alle wichtigen Parameter zur ökologischen Bilanz aufgezeichnet und wissenschaftlich ausgewertet. Das Haus selbst erzeugte doppelt soviel Energie wie verbraucht wurde und konnte mit dem Überschuss das benachbarte Weißenhof-Museum beheizen.

Mit Spezialkran

Die Recyclingphase ist allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben, denn nach dem Ende des Projekts ist „B 10“ gestern nach Oberstetten zurückgekehrt. „B 10 als Name geht auf den Standort im Bruckmannweg 10 in Stuttgart zurück“, erläuterte Marketingleiter Tobias Christoph, „vielleicht taufen wir es in ‚HS 8’ um“. In der Firmenzentrale von SchwörerHaus in der Hans Schwörer Straße 8 in Oberstetten wurde das 42 Tonnen schwere, 14,7 Meter lange und 6,35 Meter breite Haus am Donnerstagmorgen mit einem Spezialkran vom Tieflader gehoben und auf acht Stahlstützen abgesetzt. Künftig soll es als Empfangszentrum für Besuchergruppen dienen. Es steht 2,50 Meter hoch über dem Boden, so dass die Fläche darunter für Parkplätze nutzbar ist. Von der Rückseite her wird ein barrierefreier Zugang eingerichtet.

Transport kostet 60000 Euro

„Rund ein viertel Jahr haben die Planungen für den Transport in Anspruch genommen“, berichtete Konstruktionsleiter Manfred Hölz. Die Kosten lagen bei rund 60 000 Euro. Das Haus musste in Stuttgart unter engsten räumlichen Verhältnissen abgebaut und zunächst auf einem selbstfahrenden Tieflader aus dem Bruckmannweg herausgebracht werden. Dann wurde es auf einen 50 Meter langen Schwertransporter verladen. Bedingt durch eine Baustelle, ging es in der Nacht auf Mittwoch ab 23 Uhr zunächst auf der A 81 in Richtung Flughafen. In Wendlingen fuhr der Transport auf die B 313 zur B 10, um dann durch Göppingen und Geislingen bis zur ersten Etappe in Amstetten zu fahren. Während die beiden Begleitfahrzeuge sowie zwei Werkstattwagen auf der Autobahn ausreichend waren, mussten auf Bundes- und Landstraßen drei Polizeimotorräder und ein Einsatzfahrzeug die Route zusätzlich absichern. „Rund 20 Personen waren im Einsatz, um das ‚B 10’ auf die Alb zu bringen“. Um zwei Uhr früh erreichte der Transport gestern schließlich Oberstetten. Unterwegs mussten immer wieder Schilder abgebaut oder Verkehrsinseln gesichert werden.

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