Münsingen Schulsozialarbeit in Münsingen

Münsingen / Ulrike Bührer-Zöfel 17.05.2018

Sie  sind drin im Schulleben, gestalten es mit – die Schulsozialarbeiter: Sie helfen Konflikte lösen, sind Ansprechpartner für  alle Kinder und Jugendliche, nicht nur für die auffälligen. Sie bieten aber auch Projekte für Gruppen an, die  Selbstwertgefühl und soziale Kompetenzen steigern, den  Klassenzusammenhalt fördern. Prävention  sei ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit, so Sven Graul von der BruderhausDiakonie. Er war am Dienstagabend zusammen mit seinem Team – Soraya Wild-Attinger, Kathrin Röhm, Ute Trick, Tanja Buri und Lisa Kotsch – zu Gast in der Gemeinderatssitzung, berichtet über die Aufgaben an den einzelnen Schulen (siehe Infokasten unten).  Graul erklärte, dass sich   im Bereich Schulsozialarbeit im Laufe der Zeit einiges geändert habe. Zum einen gelte es bei den Schülern inzwischen nicht mehr als Makel, sich Hilfe zu holen. Zum zweiten sei die Arbeitsweise eine andere:  Es werde nicht mehr das Negative betont, sondern nach den positiven Fähigkeiten geschaut, versucht, diese  auszubauen.

Wie das im Einzelnen  aussieht –  dazu gaben die Mitarbeiterinnen einen Einblick in verschiedene Angebote.   In der Realschule  werden über „Talent im Land“  Siebtklässler, die   gute Leistungen erbringen,  aber einen schwierigen sozialen Hintergrund haben, finanziell unterstützt, so Lisa Kotsch. Dafür müssen sie ein Bewerbungsverfahren durchlaufen. Oder in der Hardtschule: Da organisieren 27 Dritt- und Viertklässler  mit Unterstützung von Ute Trick in der Pause das Ausleihen von Spielgeräten. Keinem ist es dann langweilig und er  benimmt sich daneben, keiner muss allein rumsitzen.  Für ihre Aktion bekamen  die Kids sogar einen Preis. In der Lindgren-Schule wird nach dem „Ich schaff’s-Konzept gearbeitet“.  In 15 Schritten erlernen Kinder  Fähigkeiten, um Probleme zu  lösen, zum Beispiel, warum sie keine Freunde finden. Das ist erfolgreich, sagt Soraya Wild-Attinger. Es gebe bereits positive Rückmeldungen – vom Betroffenen selbst sowie von der Klasse.

Ob sie es in den Schulen denn auch häufig mit straffällig gewordenen Jugendlichen zu tun hätten, wollte Georg Erzberger (CDU) wissen. In nur geringem Maß, erklärte Sven Graul, und  die Fälle seien auch deutlich weniger geworden.  Margit Simmendinger  fragte, wie denn der Kontakt zwischen Kindern und Sozialarbeitern für gewöhnlich zustande komme. Über Lehrer, Eltern, aber auch über Freunde. Viele kämen von sich aus. „Es ist inzwischen selbstverständlich, dass man zum Schulsozialarbeiter geht“, so Graul.

Direkt bei der Stadt angestellt ist Manuela Sailer-Müllerschön (siehe Infokasten unten). Für sie ist Prävention „das Dach meiner Arbeit“.  Sie berichtete in der Sitzung unter anderem über  ein Projekt  mit Drittklässlern der Lautertalgrundschule. Die wurden vom DRK zu Juniorhelfen ausgebildet, sind  jetzt in den Pausen mit Erste-Hilfe-Rucksack und Trösterbär auf dem Schulhof unterwegs. Bei  den  Großen in der Gustav-Heinemann-Schule  hat sie dafür gesorgt, dass es Streitschlichter gibt. Die lösen kleinere Konflikte unter Schülern selbständig. In Dottingen, wo sie wie in der Lautertalgrundschule  3,9 Stunden in der Woche zur Verfügung hat,  kümmert sie sich unter anderem um drei Mädchen in der ersten Klasse, die einfach nicht miteinander auskommen.

Wichtig ist Müllerschön auch die  Einzelfallhilfe. Sie möchte Schülern in schwierigen Lebenssituationen,  in Notlagen, beistehen.  Das klappe nur, wenn ein Vertrauensverhältnis zwischen ihr und den Kinder bestehe, klar sei, dass sie Schweigepflicht habe,  nichts nach draußen dringe.

Sandra Bleher (FWV) interessierte es, ob  ihr Eindrucke stimme, Mädchen gingen offener mit Problemen um, seien früher bereit, sich ihnen zu stellen als Jungen, auf die man eher zugehen müsse? Das konnten die Fachleute so bestätigen.

Sozialarbeit an acht Schulen

Die Stadt Münsingen hat die BruderhausDiakonie beauftragt, die Schulsozialarbeit an fünf Schulen zu übernehmen: An der Astrid-Lindgren-Grundschule, an der Grundschule am Hardt Auingen und an der Schillerschule  sind die Mitarbeitrinnen seit 2005 im Einsatz. 2007 kam die Gustav-Mesmer-Realschule dazu, 2013 das Gymnasium.

Für diese Arbeit ist in der Schule am Eisenrüttel Dottingen, der Grundschule im Lautertal und der Gustav-Heinemann-Schule  Manuela Sailer-Müllerschön  bei der Stadt angestellt.

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