Zwei der ersten Häuser, die in der Hauptstraße im Vorlager in Auingen gebaut wurden, sind inzwischen mehr als 100 Jahre alt. 1903 ließ die Königliche Bauleitung der Militärverwaltung dort zwei große Gebäude bauen. Im dreistöckigen Gebäude mit der Hausnummer 293 entstanden sechs Wohnungen für Unteroffiziere, links daneben, im zweistöckigen Haus in der Hauptstraße 289, ein Verwaltungsgebäude. 1907 war Baubeginn des vierstöckigen Proviantamt-Geschäftszimmergebäudes mit Wohnungen, das in unmittelbarer Nachbarschaft auf der selben Straßenseite an der Hauptstraße 287 in die Höhe gezogen wurde. Die Angestellten dort organisierten für das 1895 gebaute Barackenlager Hafer, Heu und den Küchenbedarf.

Nutzungswechsel nach dem Krieg

In den 1920er-Jahren wurden in der Hauptstraße 287 das Heeresverpflegungszweigamt und Dienstwohnungen untergebracht. Während des Dritten Reichs nutzten die Militärs das Geschäftszimmergebäude weiterhin als Proviantamt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten dort französische Soldaten mit ihren Familien. Nach dem Abzug der ehemaligen Besatzungsmacht im Jahr 1992 kauften fünf Jahre später verschiedene Investoren die fünf Wohnungen in der Hauptstraße 287, die sie nach und nach sanierten. Es entstanden Eigentums- und Mietwohnungen, die zwischen 86 bis 155 Quadratmeter groß sind. In das ehemalige Verwaltungsgebäude in der Hauptstraße 289 zog 1921 das Heeres-Forstrevieramt Münsingen ein. Im Erdgeschoss waren die Büros, darüber zwei Wohnungen für die Förster. Von 1946 an hatte die französische Gendarmerie (Brigade de Gendarmerie de Münsingen) dort ihren Sitz. Die Büros und Wohnungen bleiben bestehen. Im Keller wurden drei 10 bis 12 Quadratmeter große Gefängniszellen eingebaut, zwei für Männer, eine für Frauen. Das Alte Lager und der Truppenübungsplatz waren bis Mitte 1992 französisches Hoheitsgebiet. Dort hatte ausschließlich die Gendarmerie das Sagen. Einen Steinwurf vom Gendarmerie-Gebäude eröffnete im rückwärtigen Teil das Gouvernement Militaire Münsingen am 1. April 1946 eine französische Vorschule mit dem Namen „Gebrüder Grimm“ (École Maternelle „Frères Grimm“), wo anfangs ein französischer und ein deutscher Lehrer unterrichteten.

Nach dem Abzug der Franzosen standen die Gendarmerie und die Schule, die noch 1988 renoviert wurde, leer. 1997 kaufte die Familie Berger beide Gebäude. Sie gestalte das ehemalige Polizeirevier zu einem Wohnhaus um, aus der École Maternelle „Frères Grimm“ machten sie eine Werkstatt für Antikmöbel und exquisite Kleinantiquitäten. Das dreistöckige Gebäude in der Hauptstraße 293 nutzten in den 1930er- und 1940er-Jahren Beamte, die im Alten Lager beschäftigt waren. Von 1946 bis 1992 lebten dort französische Familien der Besatzungsmacht. Danach bot die Bundesvermögensverwaltung die sechs Wohnungen auf dem freien Markt an. Es dauerte bis 1997, bis schließlich ein neuer Eigentümer gefunden war, der das Mehrfamilienhaus innen sowie außen sanierte und im Dachgeschoss zwei zusätzliche Appartements einrichtete.

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