Schule ohne Rassismus und mit Courage, Elterncafé oder auch konsumkritischer Stadtrundgang - die Schillerschule unternimmt schon viel, um ihre Schüler global zu sensibilisieren. "Damit kann nicht früh genug begonnen werden", findet Kulturamtsleiter Albrecht Kuhn und lobt die vielfältigen Projekte, die gemeinsam von Lehrern, Schülern und Eltern in Bezug auf globales Lernen angestoßen und umgesetzt werden.

So passt nun die Zusammenarbeit mit EPiZ im Projekt "Globales Lernen in Schulprofilen an Schulen in Baden-Württemberg" hervorragend zum Leitbild, wonach laut Schulleiterin Nicole Breitling Schüler bei der Gestaltung ihrer eigenen individuellen Zukunft unterstützt werden sollen. "Globales Lernen umfasst Entwicklung, Entfaltung und Entgrenzung. Es geht um weltweite soziale Gerechtigkeit und die Einhaltung politischer, sozialer und ökologischer Menschenrechte", betont sie. Das Projekt hilft dabei, auf den neuen Bildungsplan vorzubereiten, in dem es um nachhaltige Entwicklung geht. Im fächerübergreifenden Unterricht soll globales Lernen verankert und darüber hinaus an außerunterrichtlichen Lernorten - wie derzeit bereits im Weltladen, Tafelladen, in Gruorn oder in der türkisch-islamischen Gemeinde - erfahrbar gemacht werden.

Im Oktober wurde bereits an der Schillerschule auf Anregung von Susanne Sauer der Arbeitskreis "Globales Lernen" gegründet, der eine Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten erstellt und Ideen zum weiteren Ausbau gesammelt hat. Durch die nun unterzeichnete Kooperationsvereinbarung ist die Schillerschule mittlerweile der achte Kooperationspartner von EPiZ.

"Wir müssen einen globalen Weg finden, um unsere Welt nicht noch weiter zu übernutzen. Es ist mitunter auch die Aufgabe der Bildung, im Rahmen eines Prozesses nach guten Lösungen zu suchen, die es allen Menschen auf der Welt ermöglichen, gut leben zu können", verdeutlicht Projektkoordinator Hans-Werner Schwarz von EPiZ. Er sieht sich gemeinsam mit seinen Kooperationsschulen in der Pflicht, Kinder und Jugendliche auf die Gegenwart und die Zukunft vorzubereiten.

Dazu gehört auch aufzuzeigen, dass die Ressourcen auf der Erde begrenzt sind und die Welt nicht als Müllhalde benutzt werden darf. "Wenn Jugendliche hinterfragen, woher zum Beispiel Bananen kommen und unter welchen Bedingungen Baumwollpflücker arbeiten, gibt uns das Hoffnung, dass sich etwas verändern kann", macht Schwarz deutlich. Entscheidend sei, dass die Schulen, die am Projekt teilnehmen, miteinander ins Gespräch kommen und sich voneinander inspirieren lassen. EPiZ unterstützt zukünftig auch die Schillerschule in unterschiedlichen Vorhaben und sorgt dafür, dass alle am Schulleben Beteiligten in einen fortlaufenden Entwicklungsprozess eintreten.

Globale Themen können unter anderem Ernährung und Kleidung sein: "Wichtig ist, Schüler und Eltern gleichermaßen zu sensibilisieren", sagt Schwarz und verweist auf die Verantwortung in Bezug auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Grundstein ist mit der Kooperationsvereinbarung gelegt, in den kommenden Monaten soll "Globales Lernen" konkret ausgebaut und in gezielten Aktivitäten umgesetzt werden. Das Projekt läuft bis Juli 2016, eine Verlängerung ist bereits jetzt angestrebt.