Eltern wollen für ihre Kinder bekanntlich nur das Beste.  Studium gilt bei nicht wenigen als der Wunsch schlechthin. „Alle wollen Häuptlinge werden, wenige Krieger“, so Karin Ritter, Firma F.K, Systembau, die damit unmissverständlich klar machte, dass gerade die Krieger dringend gesucht werden. Eltern, Lehrer, Ausbilder und Schüler der Klassen 8 bis 10 richteten am Donnerstagnachmittag gezielt den Blick auf die berufliche Zukunft, wobei Karin Ritter ein erstklassiges, firmenübergreifendes Gemeinschaftsprojekt vorstellte. Ein neuer Aufenthaltsraum im Außenbereich ist in Planung.

Ein Projekt, das sowohl im kaufmännischen Bereich, in der Qualitätskontrolle, der kreativen Sicht und im handwerklichen Können einiges abverlangt. Die Firmen F.K.Systembau, Holzbau Krohmer, Schreinerwerkstätte Mayer, Anton Geiselhart und Jllig Automobile arbeiten dabei mit auserwählten Schülern, Hand in Hand zusammen. Klare Regel: Schüler, die mitmachen dürfen, müssen tatsächlich auch wollen. „10 bis 15 Schüler bekommen die Chance“, war von Barbara Klammt, die zusammen mit ihrem Kollegen Frieder Sigloch die Kontakte zu kooperierenden Betrieben pflegt, zu erfahren. Wer mitmachen will, kann sich nach der offiziellen Projektvorstellung für das Projekt bewerben. Tipps zum Bewerben gab es am Donnerstag im Vorfeld durch verschiedenste Ausbilder.

Schulleiterin Nicole Breitling sieht im Projekt und die Betriebe sehen einen  Gewinn für alle. Schüler können ihre Stärken zeigen und sich so möglicherweise sogar ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz ausbauen, die Schule bekommt einen neuen Aufenthaltsraum und die Firmen können sich ein Bild über die Kompetenzen einzelner Schüler machen, die unter Umständen bald zum Firmenteam stoßen.

Vier neue Betriebe haben jetzt einen Bildungspartnerschaftsvertrag unterschrieben.

Ewald Schmauder, Geschäftsführer von F.K.Systembau, Kerstin Kohmer, Holzbau Krohmer, und Roman Geiselhart, Malerbetrieb Anton Geiselhart besiegelten jetzt die Zusammenarbeit, ebenso der städtische Kindergarten Auingen.

In der  Diskussion kam klar zum Ausdruck, dass das angestaubte Image des Handwerkerberufs dringend aufpoliert werden muss. Roman Geiselhart kennt beide Seiten. Die auf der Baustelle und die im Büro. Dass er für die Baustelle kaum noch Zeit findet, bedauert der Malermeister zeitweise, weil der Stolz über Geschafftes auf der Baustelle viel ausgeprägter zum Ausdruck komme. Weiter sieht er im Handwerk eine Rückfallversicherung, wo fast immer ein Arbeitsplatz gefunden wird.

Markus Bauer, Haupt- und Landgestüt, sieht ein gesellschaftliches Problem darin, dass bei vielen nur noch das Abitur zählt und Techniklehrer Frieder Sigloch beobachtet immer wieder glückliche Schüler, wenn sie beim Werken Kraft als etwas Positives erleben.