Theater Sangria in Socken und Sandalen

Bereits in der Probenphase lassen die Bremelauer Temperament in südlichem Flair erahnen. Die Mimen des Sportvereins (v.l.) Bettina Schmid (Souffleuse), Silvia Bühle, Alexander Jörg, Bernadette Kley, Manuel Kley, Stefan Riedle, Tina Kies, Magdalena Baier, Fabian Franz und Paul Beck.
Bereits in der Probenphase lassen die Bremelauer Temperament in südlichem Flair erahnen. Die Mimen des Sportvereins (v.l.) Bettina Schmid (Souffleuse), Silvia Bühle, Alexander Jörg, Bernadette Kley, Manuel Kley, Stefan Riedle, Tina Kies, Magdalena Baier, Fabian Franz und Paul Beck. © Foto: Roswitha Häbe
Roswitha Häbe 14.12.2017

Ausgestattet mit jeder Menge Spiellust und viel Liebe zum Inszenierungs-Detail wird in Bremelau seit Jahrzehnten Laientheater auf hohem Niveau geboten. Die Veranstaltung gehört nicht nur für die Dorfbewohner zu einem viel geliebten Pflichttermin, sondern auch für Besucher aus der gesamten Region, die sich voller Vorfreude auf einen amüsanten Abend  im „Adler“ niederlassen, der für drei Abende nach dem Motto „Lach mol wieder“ zur Theater-Wirtschaft wird.

Stimmung ist  vorprogrammiert – vor und auf der Bühne – wenn Familie Meckerer im Sommerurlaub in Spanien auf Familie Pingelig trifft. Höher schlagen die Wogen, wenn aktive und passive Mitglieder der Theatergruppe des Bremelauer Sportvereins diese beiden Familien auf den Bühnenbrettern mimen.

Treffender hätte Regisseurin Bernadette Kley die Charaktere des Schwanks „Spanien olé – oder Fast wie bei uns daheim“ nicht besetzen können. Ob alter Bühnenhase oder Greenhorn: Sie alle gehen ganz und gar in ihren Rollen auf, Bettina Schmid sorgt mit Frisuren und Maske für die stimmige Optik und unterstützt als Souffleuse die Akteure.

Seinen speziellen Reiz zieht der Dreiakter des Donautäler Autorenschultes Bernd Gombold daraus, dass das Publikum, wie auch der schlitzohrige Opa Ludwig (Stefan Riedle) immer ein wenig mehr weiß, als die Hauptfiguren der beiden sich kabbelnden Familien.

Ehefrau beschwichtigt

Spanien, und erst diese Spanier! Keinen guten Faden lässt Klaus Meckerer (Alexander Jörg), der Freund des Bayerischen Waldes und südlicher Zwangsurlauber an der Iberischen Halbinsel. Dabei ist er schon zum 20. Mal in dem netten, kleinen Hotel des charmanten Pedro (Manuel Kley) und seiner temperamentvollen und impulsiven Conchita (Silvia Bühle) zu Gast. Sicherheitshalber reist Klaus mit gut gefüllter Kühlbox, Unterhemd und Socken – man weiß ja nie! Peinlich berührt von seinen prolligen Auftritten, hat Ehefrau Erika (Bernadette Kley) alle Hände voll zu tun, diese bei den anderen Gästen wieder auszubügeln. Tochter Evi (Magdalena Baier) hilft ihr nach Kräften, soweit es ihre amourösen Verpflichtungen erlauben.

Lieblingsopfer von Streithammel Klaus ist Eleonore Pingelig (Tina Kies). Nomen est omen – doch ist Eleonore außer pingelig und dauerüberhitzt auch ein veritabler Ehe- und Familiendrachen. Keinen Millimeter schauen Ehemann Heinrich (Paul Beck) und Weichei-Sohn Heinz-Dieter (Fabian Franz) unter ihrem breiten Pantoffel hervor, wenn sie es nicht zulässt. Und wehe, wenn: Stubenarrest mit abgeschraubter Türklinke und gestauchtes Mineralwasser mürben die beiden Pantoffelhelden. Heinrich flüchtet sich in den glücklosen Modellbau, Sohnemann fügt sich in sein Schicksal, bis geistige Getränke ihn enthemmen.

Opa Ludwig Meckerer durfte erstmals mit seiner Familie in den Urlaub fahren, getreu dem Motto: „Gott erhalte ihm seine Gesundheit und uns seine Rente“. Als der alte Herr aber den nahen KKF-Strand (kaum Kleider vorhanden) entdeckt, beginnt er schnell, seinen Urlaub nach eigenem Gusto zu gestalten. Und welche Überraschung: er trifft dort etliche Bekannte…

Info „Spanien ole“ wird am Donnerstag, 28. Dezember, Samstag, 6. Januar und Sonntag, 7. Januar, um 20 Uhr im Gasthof Adler in Bremelau aufgeführt, Saalöffnung ist um 19 Uhr. Kartenvorbestellungen täglich ab 17 Uhr unter Telefon (0 73 83) 670 99 96.

3

Aufführungen des Dreiakters „Spanien olé“ hat die Theatergruppe des SV Bremelau angesetzt. Der „Adler“ fungiert unter dem Motto „Lach mol wieder“ als Theater-Wirtschaft.