Pfronstetten / Jürgen Kühnemund

Da gibt es nichts, was in der Leistungsbilanz fehlt: Erster Kammersieger bei der Gesellenprüfung im Juli in der Berufsschule für Raumausstatter in Bad Saulgau, erster Landessieger beim Leistungswettbewerb der Kammersieger im Oktober wieder an der Berufsschule für Raumausstatter in Bad Saulgau, zweiter Bundessieger beim Bundeswettbewerb der Landessieger im November an der Berufsschule für Raumausstatter in Bremen und schließlich zweiter Bundessieger beim Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk“.

Die Rede ist von Samuel Knorr, der bei der Schultes GmbH & Co. KG Raumausstattung – Bodenbeläge in Huldstetten, das Handwerk von der Pike auf gelernt. Und so war es kein Wunder, dass der 19-Jährige bei der Mitarbeiterehrung im Huldstetter Betrieb im Mittelpunkt stand. Es soll aber nicht unterschlagen werden, dass dort auch die Raumausstatter Marcus Koch und Klaus Engst, für 15- respektive 35-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt wurden. Cornelia Schultes (Finanz- und Lohnbuchhaltung) ist seit 25 Jahren dabei und schließlich blickt die Seniorchefin Lydia Schultes gar auf 50 Jahre zurück.

Dabei war es eher Zufall, dass der gebürtige Hayinger nach Huldstetten kam, hatte er doch nach mehreren Probewochen bei einem Raumausstatter in der Region schon ein feste Zusage für eine Lehre in der Tasche. Drei Wochen vor Ausbildungsbeginn kam aber alles anders, ihm flatterte eine Absage ins Haus. Doch Knorr griff zum Telefon und kam in Huldstetten unter. Dabei hatte man dort eigentlich nicht mit einem Lehrling geplant, wie Karlheinz Schultes sagte. Die Zusage bereut der Firmenchef aber keineswegs, denn schon nach kurzer Zeit sagten ihm seine Mitarbeiter, dass „er den Jungen ja nicht wieder springen lassen soll“. Die Ergebnisse bei den Prüfungen sprechen hier deutliche Worte.

Bei der Gesellenprüfung in Bad Saulgau im letzten Juni musste er eine Koje (ein nach vorn offener Raum mit einer Fläche von 2,5 auf 1,5 Metern, die als Präsentationsstück dient) gestalten. Knorr musste dabei einen Boden mit einem Designbelag legen, dazu die Wände tapezieren und eine Wandbespannung anbringen. Dazu erstellte er ein Polsterstück, nähte einen entsprechenden Vorhang und dekorierte abschließend die Koje aus. „Das ging mir recht gut von der Hand, ich war sogar deutlich früher fertig“. Seine Koje, die ihm den Kammersieg bescherte, nannte Knorr „Skihütte“. Kein Wunder, ist der 19-Jährige doch ein begeisterter Skifahrer und dafür zieht es ihn immer wieder in die Berge. „Da wo der richtige Schnee liegt“.

Im Oktober traten dann die fünf Kammersieger wieder in Bad Saulgau an. In seiner Koje musste Knorr diesmal einen Teppichboden verlegen, die Wände tapezieren und einen Flächenvorhang nähen. Dazu musste ein runder Hocker gepolstert werden. Die Jury war von der Arbeit überzeugt, Knorr wurde Landessieger.

Noch einmal eine Nummer größer war dann der Bundeswettbewerb im November in Bremen. 14 Landesmeister mussten der Jury ihre Kojen vorstellen. Dabei konnten sie sich an Farben und Material aus den Lagerbeständen der dortigen Berufsschule bedienen. Knorr arbeitete mit zwei verschiedenen Bodenbelägen (Teppich und Linoleum), in die er jeweils Intarsien einarbeitete. Zwei Wände wurden mit verschiedenen Tapeten versehen, dazu dekorierte er einen Vorhang. Letztlich hatten die Teilnehmer bei der Gestaltung viel Freiraum und „so konnte ich mich auch auf den Schwerpunkt Boden konzentrieren“, sagt der 19-Jährige. Der Lohn: Platz zwei beim Bundeswettbewerb. Nur eine junge Konkurrentin aus Sachsen hatte die Nase vor ihm.

Im Zuge des Bundesentscheids in Bremen wurde auch noch der Bundeswettbewerb „Die gute Form im Handwerk“ ausgelobt. Und auch hier gab es Platz zwei für Samuel Knorr.

Und das nächste Ziel hat der aktive Fußballer des TSV Hayingen bereits anvisiert: 2020 will er mit der Meisterschule beginnen.