In einem Brief an die Bürgermeister und Schulleitungen im Einzugsbereich der Bahnstrecke zwischen Engstingen und Gammertingen haben die beiden Geschäftsführer der Schwäbischen Alb-Bahn GmbH, Bernd Matthias-Weckler und Volker Kosko, vor Beginn des neuen Schuljahres über den aktuellen Stand bezüglich der Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Engstingen und Gammertingen informiert. Die schlechte Botschaft darin lautet, dass es zum Schulbeginn nach den Ferien am heutigen 14. September noch keinen planmäßigen Zugverkehr auf dem Streckenabschnitt zwischen Engstingen und Gammertingen geben wird. Vielmehr werden die Züge auch weiterhin durch zeitgleich verkehrende Busse des Schienenersatzverkehrs ersetzt.
Abschließend versichern die beiden Geschäftsführer allerdings, dass die Alb-Bahn in enger Abstimmung und im gemeinsamen Streben mit dem Infrastrukturbetreiber SWEG alles dafür einsetzt, um eine baldige Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke Engstingen - Gammertingen zu erreichen.
Letztlich sei ein Ende in Sicht: „Aus heutiger Sicht scheint es realistisch, dass die Schwäbische Alb-Bahn ab Ende September/Anfang Oktober mit ihren Zügen wieder zurück auf dem Gleis sein wird und den planmäßigen Zugverkehr wieder aufnehmen kann“, wie es dazu in der Mitteilung der Alb-Bahn an die Medien heißt. Dies setze einen positiven Verlauf der jetzt unmittelbar anstehenden Testfahrten voraus.
Aufgrund eines erheblich erhöhten Verschleißes an den Rädern der SAB-Triebwagen musste der Zugverkehr Ende April 2020 eingestellt und ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet werden. In den darauffolgenden Wochen galt es, den Fokus auf die Ursachenforschung und die Beseitigung der Schäden an den Fahrzeugen zu richten. Insgesamt vier unabhängige Sachverständige wurden in den komplexen Sachverhalt miteinbezogen. Auf dem von der ENAG betriebenen Streckenabschnitt zwischen Schelklingen und Engstingen traten keine weiteren Schadbilder mehr auf, so dass der Betrieb dort bereits zum 18. Mai wieder vollumfänglich aufgenommen werden konnte.
In der Folge lag das weitere Augenmerk auf dem von der SWEG betriebenen Abschnitt zwischen Engstingen und Gammertingen mit seinen außergewöhnlich engen Kurvenradien. Die SWEG hat bis zum 7. August umfangreiche Arbeiten zur Verbesserung der Gleisanlagen durchgeführt und dazu bereits seit längerem geplante Arbeiten mit kurzfristig durchzuführenden Maßnahmen kombiniert. Am 10. und 11. August fanden in Abstimmung mit der SWEG erneut Testfahrten statt, bei welchen leider nach kurzer Zeit die gleichen Schadbilder auftraten, die bereits Ende April zur Einstellung des kompletten Zugbetriebs geführt hatten. Es folgte eine weitere, intensive Beratung mit den Verantwortlichen des Schieneninfrastrukturbetreibers SWEG.
Um das Problem möglichst rasch und nachhaltig in den Griff zu bekommen, hat sich die SAB mit der SWEG nun darauf verständigt, dass zusätzlich zu den bereits durchgeführten Bauarbeiten kurzfristig weitere, von den Sachverständigen empfohlene Maßnahmen zum besseren Durchlaufen der besonders engen Gleisbögen – sowohl am Gleis wie auch an den Fahrzeugen – umgesetzt werden.
Um bei der Abstimmung einer weiteren, dann hoffentlich finalen Testfahrten-Reihe keine Zeit zu verlieren, werden die fertigen Streckenabschnitte – beginnend von Engstingen her – voraussichtlich ab dieser Woche in einem abschnittsweisen Testbetrieb wieder von den SAB-Triebwagen befahren.
Einen positiven Verlauf vorausgesetzt, werden dann ab Ende September/Anfang Oktober wieder planmäßige SAB-Züge zwischen Engstingen und Gammertingen verkehren. Über den genauen Zeitpunkt wird die SAB rechtzeitig informieren, heißt es abschließend in der Mitteilung an die Medien.