Münsingen/Buttenhausen Rückkehr auf den Zeltplatz erfolgreich abgeschlossen

Münsingen/Buttenhausen / JOACHIM LENK 11.08.2014
Aufgrund einer Unwetterwarnung mussten am Sonntag die rund 4500 Teilnehmer des Pfadfinder-Bundeslagers auf dem Schachen ihr Lager am räumen. Am Montagvormittag stand die Rückkehr auf dem Programm. Der Sturm richtete keine größeren Schäden an.
„Alles ist im grünen Bereich. Wir haben alles richtig gemacht, es war nicht überzogen, sondern dem Anlass angemessen.“ Das sagte gestern morgen während einer Pressekonferenz ein sichtlich erleichterter Münsinger Bürgermeister.  Mike Münzing, die Polizei, das Technische Hilfswerk (THW), die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das Landratsamt und der Verband Christlicher Pfadfinder (VCP) waren sich einig: Es sei richtig gewesen, das Zeltlager auf dem Schachen mit 4500 Jugendlichen und Betreuern aufgrund der schlechten Wetterlage am Sonntag räumen zu lassen.

Letztendlich zogen die vorhergesagten Orkanböen mit mehr als 100 Stundenkilometern samt den  schweren Gewittern mit Hagelschauern südlich an dem großen Zeltplatz Schachen bei Buttenhausen vorbei. Es blieb bei starken Regengüssen, die einige Zelte unter Wasser setzten, berichteten die VCP-Betreuer, die in der Nacht vorort Wachdienst hatten. Sie verbrachten die bangen Stunden in einer angrenzenden Scheune auf dem Fladhof.
Zwei Stunden und 20 Minuten dauerte es am späten Sonntagnachmittag, bis die mehr als 4000 Jugendlichen im Alter zwischen 13 bis 20 Jahren in 42 Bussen und 66 Mannschaftstransportwagen der umliegenden Feuerwehren und des THW evakuiert waren, informierte Kreisbrandmeister Wolfram Auch. „Alles lief reibungslos, wir waren froh, dass wir ein fertiges Rettungskonzept in der Schublade liegen hatten.“ Auch zollte „der ganzen Pfadfinderschaft“ ein großes Lob bei der bislang zahlenmäßig größten Evakuierungsaktion im Landkreis Reutlingen. „Alles lief ruhig und sehr diszipliniert ab.“ So sah es auch Markus Metzger, der stellvertretender DRK-Rettungsdienstleiter.

Untergebracht waren die VCPler in Schulen, Feuerwehrgerätehäusern, Gemeindezentren und Turnhallen in Münsingen und den Stadtteilen sowie in Eglingen. In diesem Hohensteiner Ortsteil bot zudem die Kirche St. Wolfgang den Jugendlichen Unterschlupf. Ein pfiffiger Eisverkäufer machte an diesem Abend das Geschäft seines Lebens. Er parkte seinen Verkaufswagen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche, wo er aus dem Auto heraus Kugel für Kugel in Bechern und Tüten verkaufte.

Bürgermeister Münzing und Kreisbrandmeister Auch besuchten noch in der selben Nacht alle provisorischen Unterkünfte.  „Überall war die Stimmung äußerst gut“, berichteten die beiden Männer übereinstimmend.  Auch in der Alenberghalle in Münsingen, wo sich mehr als 500 Kinder und Jugendlichen aufhielten. Um möglicht wenig Dreck zu machen, mussten alle am Eingang ihre Schuhe ausziehen.
      
„Grünes Licht zur Rückführung“ gab der Technische VCP-Einsatzleiter gestern Morgen um 7.25 Uhr. Bereits eine halbe Stunde später setzten sich die ersten von 14 Busse in Bewegung, um die Pfadfinder wieder auf den Schachen zu befördern. Die rund 1000 Kinder und Jugendlichen, die in der Eglinger Kirche, im Gemeindehaus sowie in der Lautertalschule untergebracht waren, marschierten zu Fuß auf den Zeltplatz zurück. Gegen 12 Uhr, noch rechtzeitig zum Mittagessen, waren wieder alle 4500 VCPler auf dem Schachen vereint.
„Alle sind in guter Verfassung, für viele war die ganze Aktion ein riesen Abenteuer“, wusste VCP-Pressesprecherin Diane Tempel-Bornett zu berichten. Bis auf die gestern Abend angesetzte Nachtwanderung läuft das Programm bis zum Abreisetag am kommenden Freitag weiter wie vorgesehen, fügte sie abschließend hinzu.