Ehestetten Rosefest mit Kochshow

Ehestetten / Maria Bloching 03.09.2018
Trotz schlechtem Wetter herrschte beim Rosefest in Ehestetten dichtes Gedränge. Bio-Mark, Kochshow und Kulinarisches lockten viele Besucher.

Wie wäre das wohl erst bei gutem Wetter gewesen?“, staunte Inge Tress angesichts der vielen Besucher, die gestern in Scharen zum traditionellen Rosefest gekommen waren. Ob diese gute Resonanz nun daran lag, dass das Rosefest zum ersten Mal nicht mehr an zwei Tagen, sondern nur noch am Sonntag stattfand oder ob der Biogenuss mittlerweile in der Gesellschaft angekommen ist, mochte keiner sagen. An den 30 Ständen des Bio-Marktes herrschte jedenfalls eine rege Nachfrage, es wurde probiert, informiert und eingekauft. Händler aus ganz Süddeutschland stellten sich mit ihren Produkten und ihrer nachhaltigen Erzeugung vor und sprachen mit Kräutern, Ölen, Weinen und Süßwaren, Handgemachtem, Käse, Wurst und vielem mehr an.

Die Plätze in den beiden Zelten im Hof waren den ganzen Tag über gut besetzt, hier ließ es sich gemütlich warm und trocken sitzen und kulinarische Köstlichkeiten genießen.

Höhepunkt des  Rosefestes war die Kochshow, zu der Simon Tress den Star-Koch Frank Buchholz eingeladen hatte. Die beiden waren sich zum ersten Mal bei den Dreharbeiten zu „Das perfekte Profi-Dinner“ begegnet und verstanden sich auf Anhieb. So kam es, dass der Promi-Koch aus Mainz den Weg auf die Alb auf sich nahm, um seine Kochkünste vor einem großen Publikum unter Beweis zu stellen. Zwar rückte das Kochen selbst angesichts des unterhaltsamen Plaudertons zwischen Tress und Buchholz fast ein wenig in den Hintergrund, amüsant war die Darbietung aber allemal.

„Wir haben keinen Plan. Ich weiß, was Frank Buchholz kochen wird, aber sonst lass ich es auf mich zu kommen. Das ist immer gut“, lachte Simon Tress. Der mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Gast-Koch präsentierte sich gut gelaunt und fühlte sich sichtlich wohl auf der Bühne in Ehestetten. Denn am Kochen in der Gemeinschaft hat er immer Spaß, wie er erzählte. „Ich bin ein Bauchmensch und nehme wahr, dass hier alles passt“. Es gehe ihm hier nicht darum, Essen zu veredeln, sondern mit qualitativ hochwertigen Produkten handwerklich umzugehen. Dass die Älbler ein ganz eigenes Volk sind, hat er bereits vor sechs Jahren bei Willi Wolf und dessen Büffelherde erfahren. Damals wurde der Film „Beef Buddies“ gedreht und Buchholz bat Willi Wolf um einen Büffelkopf. Bisher war daraus nichts geworden. Doch zur großen Überraschung konnte Willi Wolf nun den versprochenen Kopf auf der Bühne überreichen: „Der dekoriert künftig meine Kochschule“, freute sich Buchholz.

Ansonsten waren bei der Kochshow helfende Hände gefragt, da die beiden Köche aufgrund von Problemen mit den Headsets je eine Hand am Mikrofon hatten, deshalb nur mit der anderen Hand kochen konnten. „Was wir hier machen, wird in die Analen der Genussküche eingehen“, zeigte sich Buchholz überzeugt und holte Elektriker Herbert Müller höchstpersönlich zum Rühren der Kräuterbutter auf die Bühne. Das Publikum bekam eine herrlich amüsante Show geboten und konnte sich hin und wieder vor Lachen kaum halten. Schließlich ist Kochen laut Buchholz „Teamsport“, bei dem man sich gegenseitig unterstützen oder vielleicht auch unterordnen muss.

Während die Lammspieße in der Pfanne brutzelten, wurde gescherzt und gelacht, sogar Laola-Wellen rauschten durch das volle Zelt. Diese kulinarische Darbietung hatte neben einem hohen Unterhaltungswert  auch ein wohlschmeckendes Ergebnis: Lammfiletspieß auf gerührter Polenta mit Kräuterbutter. Nach einer guten halben Stunde war alles vorbei, und Frank Buchholz machte sich wieder auf den Weg zurück nach Mainz. „Leider nicht mit dem Flieger. Zu gern hätte ich gesehen, wie er den Büffelkopf mit ins Handgepäck nimmt“, lachte Willi Wolf.

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