Der 52-Jährige war am 22. April vergangenen Jahres mit seiner Kawasaki, die stattliche 190 PS stark ist, in der Region unterwegs und geriet auf der B 465 zwischen Münsingen und Seeburg im Seetal in eine stationäre Geschwindigkeitskontrolle. Nach Abzug der üblichen Toleranzen ermittelten die Polizeibeamten der Verkehrsdirektion Tübingen ein Tempo von 161 km/h – und das ergab einen Strafbefehl in Höhe von 880 Euro und ein zweimonatiges Fahrverbot für den Handwerker.

Einspruch gegen Strafbefehl eingelegt

Gegen diesen Strafbefehl hatte er Einspruch eingelegt, weshalb jetzt in Münsingen verhandelt wurde. Vom Gefühl her sei er niemals so schnell gewesen, meinte der Beschuldigte. Dass er zu schnell war, räumte er ein. Er habe einen vor ihm fahrenden Pkw überholen wollen, damit er in der Steige keinen „Kriecher“ vor sich haben würde. Zudem sei ein hinter ihm fahrender Freund ebenfalls geblitzt worden und nur 22 km/h zu schnell gewesen.

Böhringen/Bad Urach

Dieser erklärte vor Gericht, dass er den Pkw nicht mehr habe überholen können, weil Gegenverkehr gekommen sei. Als Sachverständiger war Dekra-Ingenieur Helmut Baier geladen. Er erläuterte ausführlich, wie das von der Firma ESO hergestellte Messgerät funktioniert. Es hätten sich bei der Auswertung der ihm vorliegenden Daten keinerlei Hinweise ergeben, dass fehlerhaft gemessen wurde, so der Ingenieur.

Verteidiger Johann Merk nannte es Pech, dass sein Mandant 161 km/h schnell war, mit 1 km/h weniger würde die Geldbuße geringer ausfallen und nur ein Monat Fahrverbot verhängt werden. Statt Vorsatz sei aber Fahrlässigkeit im Spiel gewesen. Das sah Amtsrichter Joachim Stahl nicht so. Er regte an, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen, was schließlich auch geschah.

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