Münsingen Radwegverbindung: Entscheidung vertagt

Eine Radwegverbindung könnte von der Kreisstraße nach Gundershofen über die Gemeindeverbindungsstraße führen. Der Stadtrat sieht noch verschiedene Gefahrenpotenziale.
Eine Radwegverbindung könnte von der Kreisstraße nach Gundershofen über die Gemeindeverbindungsstraße führen. Der Stadtrat sieht noch verschiedene Gefahrenpotenziale. © Foto: Ulrike Bührer-Zöfel
Münsingen / Von Ulrike Bührer-Zöfel 27.07.2018

Der Wunsch ist alt: Magolsheim und Böttingen wollen ans Radwegnetz angeschlossen werden. Nachdem mit der Ortsumgehung auch die daran angelehnte Radwegstrecke gestorben ist und  wohl erst in ganz ferner Zukunft beim Land wieder Thema wird, hat allem Tiefbauamtschef Jürgen Weber selbst geplant. Am Dienstag wurde die Strecke den Kommunalpolitikern vorgestellt.

Knackpunkt Verbindungsweg

Keine Probleme sah das Gremium,  wo man Gras- und Schotterweg abseits der  L 230  benützen  kann. Da müssten lediglich  immer mal wieder ein paar Meter radtauglich gemacht werden.  Zum Knack- und großen Diskussionspunkt wurde  in der Sitzung aber der Streckenteil übers „Steigle“, die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Böttingen und Magolsheim mit erheblichem Gefälle und Kurven. Diese Straße  benutzen Auto- und Motorradfahrer, „meist von Navigationssystemen geleitet von Böttingen kommend über die K 6773 Richtung Gundershofen und dann weiter die Gemeindeverbindungsstraße Böttingen–Magolsheim, bevor sie vor Magolsheim wieder zurück auf die L 230 fahren. Dasselbe gilt für die Gegenrichtung“, so Weber. Obwohl der Zeitgewinn minimal ist, herrscht dort starker Verkehr. Deshalb die Idee der Verwaltung: Die Straße wird Hauptwirtschaftsweg: Außer Radlern darf dort dann nur noch land- und forstwirtschaftlicher Verkehr fahren. Eine Schranke soll das sichern. Magolsheims Ortsvorsteherin Sabine Ruopp freute sich zwar, dass sich in Sachen Radwegverbindung was tut, möchte aber zuerst noch mit dem Ortschaftsrat über das Projekt diskutieren. Zum einen hat sie Bedenken wegen der Schranke. Zum anderen: „Für Familien mit Kindern sei der Anstieg hinauf nach Böttingen auf der Kreisstraße viel zu steil.“ Für Dr. Gerhard Schnitzer (Liberale) ist die Strecke „für alle, die kein E-Bike haben, eine Notlösung“. Die beste Variante sei nach wie vor, den Radweg im ehemaligen Truppenübungsplatz zu führen. Er frage sich, „warum da nichts freigegegeben wird“. Bürgermeister Mike Münzing ging auf die bekannten Gründe nochmals ein. Und er betonte, dass die von der Verwaltung vorgeschlagene Strecke zwar nicht ganz perfekt, aber allemal besser sei, als Radler auf die teilweise enge und kurvige L230 zu schicken.

Rapp: „Extrem gefährlich“

Dr. Eberhard Rapp (SPD) wies darauf hin, dass die Einmündung der Kreisstraße in den Radweg, wenn man von Böttingen her kommt, „extrem gefährlich ist“.  Er stimme  der Streckenführung nur zu, „wenn der Ortschaftsrat sagt, das wollen wir“. Sein Fraktionskollege Harry Zilz sah das anders. Er lobte die Stadt, „die sich Gedanken in die richtige Richtung gemacht hat“. Und Dorothea Pfleiderer-Müller freut sich, „dass sich was tut.“ Sie regte an, auf der Kreisstraße Markierungen und einen Fahrradschutzstreifen aufzubringen.

Auch von der CDU kamen positive Signale. Fraktionsvorsitzender Gunter Wagler: „Politik ist die Kunst des Machbaren. Und das ist hier auch so.“ Daniel Stark betonte, es sei eine gute Lösung, man müsse eben überlegen, „was man tun kann, um die Strecke sicherer zu machen“. Dem schloss sich auch Böttingens Ortsvorsteherin Margit Simmendinger an. Paul Jörg (FWV)  meinte, man könne doch jetzt einmal zustimmen, „und gucken, wie man die Strecke immer weiter verbessern kann“.  In diese Richtung argumentierte  auch Sandra Bleher (FWV). Die „Planung sei zwar „grundsätzlich in Ordnung“. Aber vielleicht wäre es machbar, um die steile Strecke über die Straße zu umgehen, Wege im Wald zu nützen, beziehungsweise anzulegen.

Am Ende der ausführlichen Debatte stand – Vertagung. Der Magolsheimer Ortschaftsrat soll in Ruhe diskutieren können, die Zeit genutzt werden, um über alternative Teilstrecken nachzudenken. Nach der Sommerpause will Münzing, der mit dem Projekt noch dieses Jahr beginnen möchte, die Radwegverbindung wieder auf die Tagesordnung setzten.

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