Am Donnerstag war es wieder soweit: In den Räumen der Beruflichen Schule Münsingen wetteiferten angehende Landwirte und Landwirtinnen im Berufswettbewerb 2019 um die vorderen Plätze und damit um die Qualifikation für den Landeswettbewerb, der im April übrigens ebenfalls in Münsingen stattfinden wird. Und heuer waren gleich vier der Teilnehmer erfolgreich und landeten mit derselben Punktzahl auf dem ersten Platz. Es waren dies Michael Geiselhart vom Ausbildungsbetrieb Joachim Keller, Allmendingen; Daniel Müller vom Ausbildungsbetrieb Blickle und Sohn GbR Winterlingen,  Christian Schmieg vom Ausbildungsbetrieb Staatsdomäne Maßhalderbuch Ödenwaldstetten sowie Jonas Strobel vom Ausbildungsbetrieb Peter Werner Strohweiler. Das Quartett wird sich in der nächsten Runde mit den Besten der anderen Bezirke messen und vielleicht schafft ja einer der jungen Herren den Sprung ins Bundesfinale.

Drei Prüfungen hatten die künftigen Bäuerinnen und Bauern zu meistern, ehe die Ergebnisse feststanden. Rund 20 Teilnehmer waren es, die abwechselnd Saatgut und Futtermittelsorten bestimmten, ihre Ausbildungsbetriebe vorstellten oder aber ihre Wohn- und Lebenssituation dort und dann auch noch praktisches Geschick unter Beweis stellen mussten. Denn die Aufgabe, die es in der Metallwerkstatt zu bewältigen gab, war schon knifflig. An einem Anhänger war der Stecker abgerissen. Nun galt es unter den Argusaugen von Peter Eberhardt, und Sandra Ulrich vom Kreislandwirtschaftsamt sowie Fachlehrer Axel Höfer, die sieben verschiedenen Kabel in 35 Minuten richtig anzuschließen. Die Prüfer bewerteten dabei nicht nur, ob die Leuchten des Anhängers wieder richtig funktionierten, sondern auch, wie die Prüflinge mit der Arbeitssicherheit und Sauberkeit am Arbeitsplatz umgegangen waren. Da entfuhr es manchem schon einmal ein „Mist, da habe ich wohl ein Kabel vertauscht“.

Alexander Laub, 19, aus Nürtingen, wird beim Biohof Gorzelany in Kochstetten ausgebildet. In einer Power-Point-Präsentation stellte er den Betrieb seinen Prüferinnen Andrea Pfirrmann und Chista Dürnegger, beides Lehrerinnen an der Beruflichen Schule, vor. Man habe aktuell 1500 Legehennen und es soll ein weiterer Stall für weitere 3000 Hennen gebaut werden, erfuhren die Zuhörerinnen.

Auf 0,6 Hektar werde Gemüse angebaut, es gibt 23 Mutterkühe und Jungvieh. Die Vermarktung der eigenen Produkte geschehe direkt am Hof, am Münsinger Wochenmarkt und in einigen Läden in der Region. Ein weiteres Standbein des Betriebs sei  das Lohnunternehmen. Mit den entsprechenden Gerätschaften werde unter anderem Heu und Stroh gepresst.

„Bei Anfang und Ende haperte es etwas, aber sonst hat er es gut gemacht“, kommentierten die beiden Damen den Auftritt des jungen Mannes.

Gehörig ins Schwitzen geriet Tobias Weber, der unter den Augen von Christoph Schrade, Pflanzenbauexperte beim Kreislandwirtschaftsamt, 20 Gläser vor sich stehen hatte und deren Inhalt zu definieren oder wenigstens richtig zu erraten hatte. Das ging bei vielen Gläsern problemlos: Klee, Hafer, Sojaschrot, Roggen, Weizen oder Raps. Aber andere hatten es in sich und bei Wicken und Dinkel musste er passen, bei Kalk änderte er seine Meinung zum Glück noch einmal.

Spaß machte der Wettstreit allen Beteiligten, die sich auch über eine Reihe von attraktiven Sachpreisen, die von Sponsoren gespendet worden waren, freuen konnten. Dass sie mit ihrer Berufsauswahl zufrieden sind, unterstrich beispielsweise der Zaininger Roman Blochinger: „Ich wollte immer mit Tieren und mit Maschinen arbeiten“