Pfronstetten Produkt anklicken, Geld reinwerfen, Klappe geht auf

Pfronstetten / Jürgen Kühnemund 15.12.2018

Regionale Produkte rund um die Uhr, das verspricht das Konzept des Geflügelhofs Erdmann in Pfronstetten. Und der Regiomat von Tanja und Marcus Erdmann, der seit Juli 2017 in Trochtelfingen steht, erfreut sich bei der Kundschaft immer größerer Beliebtheit. Dementsprechend wollen die gebürtigen Trochtelfinger, die aber schon seit der Jahrtausendwende in Pfronstetten leben, expandieren. Ein zweiter Regiomat soll in der neuen Heimat aufgestellt werden.

Im Gemeinderat hatte in der letzten Sitzung das Ansinnen der Erdmanns Zuspruch gefunden, wenngleich es gewisse Vorbehalte gegen das Erscheinungsbild eines Regiomaten gab, ist der Standort im Kreuzungsbereich Haupt-/Wilsinger Straße doch durchaus markant. Andererseits weiß man im Kommunalparlament auch um die prekäre Lage in der Nahversorgung, spätestens nachdem die Metzgerei Stoll aufhörte. Von der einst guten Versorgung mit Dorfladen, Post, Banken, und Wirtschaft bricht mit dem Ende der Metzgerei ein weiterer Mosaikstein weg. Bleibt also nur noch das MoBi, der Verkaufswagen aus den Nachbargemeinden. Für Bürgermeister Reinhold Teufel könnte daher der Regiomat „der Einstieg in eine breiter gefasste Nahversorgung sein“.

So groß will Tanja Erdmann den Regiomaten hängen. „In erster Linie geht’s uns darum den Direktvermarktern eine Absatzmöglichkeit zu bieten“, wobei dieser Gedanke am Anfang noch gar keine Rolle spielte.

Los ging es vor 20 Jahren im Talweg in Trochtelfingen, wo Marcus Erdmann hobbymäßig eine Geflügelzucht betrieb. Viele Leute aus der Nachbarschaft fragten immer wieder nach Eiern und da entschieden sich die Erdmanns eine sogenannte Eierkiste aufzustellen – der Vorläufer des Regiomaten war geboren. „Eier raus, Geld ins Kässle, so einfach funktionierte das“, erinnert sich Tanja Erdmann. 300 Eier wechselten am Tag so den Besitzer.

Das ging solange gut, wie ein Nachbar im Talweg immer ein Auge auf die Eierkiste hatte. Als der krankheitsbedingt ausfiel, „gingen zwar die Eier weiterhin gut weg, nur im Kässle blieb immer weniger,“ sagt Tanja Erdmann.

Tanja und Marcus Erdmann suchten nach einer Alternative. Da wurde eine Art Regiomat der Metzgerei Steinhart in Gammertingen zum Vorbild. „Wir haben auch über die Einrichtung eines Hofladens nachgedacht“, sagt Tanja Erdmann, „doch die Kosten-Nutzenrechnung sprach eine deutliche Sprache“. So ging im Juli 2017 der Regiomat in Trochtelfingen in Betrieb. Dort gibt es Eier aus Freiland- und Bodenhaltung, die anfänglich auch vom Geflügelhof Erdmann stammten. Zwischenzeitlich werden sie allesamt von Höfen aus der Umgebung eingekauft. Der Geflügelhof selbst steuert heute nur noch hin und wieder Wachteleier bei. „Wir wollen den Selbstvermarktern in der Region eine Verkaufsmöglichkeit schaffen“, sagt Tanja Erdmann. Und so enthält der Regiomat Linsen aus Erpfingen, Honig aus Geisingen, Wurst aus Gammertingen, Geflügelwurst aus Meßkirch, Nudeln aus Altheim und Marmelade von Tanja Erdmann. Saisonbedingt gibt es auch Geflügel- und Kaninchenfleisch.

Das gleiche Angebot wollen die Erdmanns nun in Pfronstetten offerieren, wobei Tanja Erdmann schon etwas weiter denkt: Kartoffeln und Äpfel sollen dazukommen.

Und so einfach geht’s: Produkt anklicken, Geld reinwerfen, die Schublade geht hoch, und das Produkt fällt bei der Klappe raus. Und die Preise sind auch nicht anders, wie in den herkömmlichen Hofläden.

Fehlerquelle Mensch

An technische Störungen des Regiomaten kann sich Tanja Erdmann nicht erinnern. Fehler macht, wie so meist üblich, der Mensch. Um Mäusen nicht den Zutritt in den Automat zu ermöglichen, verfügt er über eine Klappe, die selbstständig nach einer bestimmten Zeit schließt. Plauscht der Kunde nun zulange vor der geöffneten Tür, dann kann sich die Klappe schon mal schließen, das gewünschte Produkt bleibt im Automaten. Ein Anruf bei Tanja Erdmann genügt. Man muss halt warten bis sie von Pfronstetten hergefahren kommt.

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