„Eine gute gesundheitliche Versorgung im ländlichen Raum ist durchführbar, wenn alle Partner vor Ort an einem Strang ziehen”, so brachte es Dr. Gernot Bohnenberger, Abteilung Gesundheitsplanung des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, beim Besuch von Landrat Dr. Ulrich Fiedler des PORT-Gesundheitszentrums in Hohenstein auf den Punkt.
Ausgehend von einer Hausärztebefragung im Jahr 2010 entwickelte sich sowohl im Landkreis wie auch in der Gemeinde Hohenstein ein reges Engagement zum Thema Gesundheit, das sich im Wirken als „Gesunde Gemeinde“ und der Teilnahme am Zertifikatsprozess zeigt und schließlich durch die Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung im Jahr 2017 und der engen Zusammenarbeit mit der Firma Schwörer-Haus im Jahr 2019 zur feierlichen Eröffnung des PORT-Gesundheitszentrums Schwäbische Alb Hohenstein führte.
Landrat Dr. Fiedler machte sich nun vor Ort von den Aktivitäten der Beteiligten selbst ein Bild. Die beiden Ärzte Dr. Wilfried Henes, Kinder- und Jugendarzt und Angelika Mayer, Allgemeinärztin und Diabetologin (DDG), bilden gemeinsam den ärztlichen Kern des Zentrums. Darüber hinaus gibt es mannigfache Angebote, die es den Patienten ermöglichen, niederschwellig in einem Gebäude vereint, vieles für ihre Gesund-(heit)erhaltung tun zu können. Von der Hebammenpraxis Wahl/Henes, den Frühen Hilfen des Landkreis Reutlingen und der interdisziplinären Frühförderstelle der KBF über physiotherapeutische Angebote der Praxis Physio-fit bis zur Beratung durch den Pflegestützpunkt des Landkreises. Auch psychisch Erkrankte können durch die Psychiatrische Institutsambulanz des ZfP Zwiefalten im Zentrum Hilfe erfahren. Schwerpunkt des Zentrums ist die Gesundheitsförderung und Prävention, die durch die Abteilung Gesundheitsplanung des Kreisgesundheitsamtes seit dem Start im September 2019 geleitet und inhaltlich ausgerichtet wird. Das Konzept „Gesundheit & mehr“ mit seinen Kursen und Veranstaltungen wird partizipativ entwickelt, findet großen Anklang in der Bevölkerung und belebt das Zentrum. Derzeit sind die Beteiligten bestrebt, noch weitere Fachärzte im Zentrum anzusiedeln.
Damit die Patienten nicht den Überblick im weiten Feld von Gesundheit und Krankheit verlieren, gibt es als zentrale Ansprechpartnerin die Gesundheitslotsin Elisabeth Reyhing. Sie begleitet die Patienten auf ihrem Behandlungspfad, berät und lotst im Sinne des Wortes und macht bei Bedarf auch Hausbesuche bei den Klienten. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Sorgen.
Landrat Dr. Fiedler zeigte sich begeistert über die Vielfalt der Angebote und betonte, dass das Gesundheitszentrum überregional als Pilotprojekt für ganzheitliches Denken in der Gesundheitsversorgung wirke. Mit dem Konzept „Gesundheit & mehr“ hat das Zentrum ein innovatives Konzept, das die Gesundheitskompetenz eines jeden Patienten stärkt und fördert. Bis heute haben über 850 Personen an den unterschiedlichen Angeboten teilgenommen. In der dritten Corona-Welle wurde zudem mit Online-Angeboten begonnen.
Bürgermeister Jochen Zeller, der auch Mitglied im Kreistag ist, bedankte sich bei Landrat Dr. Fiedler, der mit hoher Aufmerksamkeit und offenem Ohr die Gespräche führte.  „Ich freue mich, dass Landrat Dr. Fiedler das Gesundheitszentrum engagiert unterstützen wird und es als Säule im Primärversorgungsverbund der Zentren sieht, die nach den PORT-Kriterien arbeiten.“