Die eingebrachten Ideen waren breit angelegt und beinhalteten Sehenswürdigkeiten, Kleindenkmäler, Aussichtspunkte, Landschaftsreichtum und vieles mehr, was es in dieser Fülle nirgends nachzulesen gibt. Susanna Hirzler, die gemeinsam mit Angelika Jany und Isabel Augenstein als „arge Zwiefalten“ mit der Erstellung eines  Besucherlenkungskonzepts betraut ist, bezeichnete die Bürgerbeteiligung in diesem Bereich als unabdingbar. „Man kommt an den Bürgern bei der Planung nicht vorbei. Sie kennen sich vor Ort aus, ihre authentische Wirksamkeit können wir nun in das einbringen, was erarbeitet werden soll“.

Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit

Nirgends sonst könne aus einer solchen Fülle an Informationen geschöpft werden, Statistiken seien mit dem Know-how der Leute und ihren Erfahrungen aus verschiedenen Nutzergruppen nicht gleich zu setzen. „Mit der Einbindung der Bürgerschaft gelingt uns ein besseres Konzept, diese Ortskenntnis führt zu Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit“.

Am Montagabend kamen 15 Engagierte, um gemeinsam den zweiten Schritt in Richtung Besucherlenkungskonzept zu gehen. Aus den zusammengetragenen Ideen der letzten Runde im Mai wurden mit „Kloster, Klinik, Kirche und Kultur“, „Natur und Landschaft“, „Wasser“ sowie „Landwirtschaft und Forstwirtschaft“ vier große Themenfelder vorgegeben, die es nun zu konkretisieren galt. Was bereits vorhanden ist, soll für alle Zielgruppen erschlossen und dadurch die Attraktivität insbesondere auch der Teilorte gesteigert werden, in dem deren Charakteristik hervorgehoben wird.

„Wir wollen die Individualität herauskristallisieren, aber dennoch die Teilorte mit dem Hauptort besser verbinden“, führte Hirzler aus. Damit dies gelingen kann, müssen Wege gefunden werden, die zu den Themen passen. Ein Vorhaben, das vielen Anwesenden für den gesteckten Rahmen dieser Planungswerkstatt zu weit ging. Hirzler räumte die Kompliziertheit des Themas ein, betonte aber auch, dass man sich ein Bild darüber machen müsse, auf welchen Wegen bestimmte Sehenswürdigkeiten angesteuert werden könnten. Vorhandenes muss den Themen angepasst und in den vorliegenden Karten dokumentiert werden. So wie etwa ein Rundweg durch Zwiefalten zum Thema „Kloster, Kirche, Klinik und Kultur“ über den Aussichtspunkt Freiheit, den Alten Eiskeller, durch den Klinikpark, das Münster bis zum Peterstor.

Der bisher schon attraktive Prälatenweg soll durch landschaftliche Highlights führen, während der Weg von Zwiefalten nach Wimsen zur Höhle in Sachen „Wasser“ den zentralen Punkt darstellt und in diesem Zuge Kneippanlage und verschiedene Wasserwerke verbindet. Auch die vielen Brunnen in den Teilorten könnten zu diesem Bereich gut passen. Unklar ist jedoch nach wie vor, wie diese Wege und Besonderheiten ersichtlich gemacht werden sollen.

„Auf dem Strich gehen“

„Auf dem Strich gehen“, lautete der Vorschlag von Hannes Bobke. Dabei könnte eine bunte, durchgehende Linie den Besucher durch den Ort und zu Sehenswürdigkeiten führen, so dass nicht überall Schilder aufgestellt werden müssten. Damit wäre jedoch die Verbindung von Ort zu Ort noch nicht geklärt. „Um das „Wie“ geht es“, meinte Hirzler, doch konkrete Vorschläge konnte auch sie an diesem Abend nicht machen. Bernd Reichelt regte an, detaillierte Informationen in den nächsten Wochen bei den beteiligten Bürgern direkt abzufragen: „Wir sind die Experten und kennen uns aus“, meinte er.

Bürgermeister Matthias Henne zeigte sich zuversichtlich angesichts dieses bürgerlichen Engagements: „Unser Besucherlenkungskonzept wird sicherlich ein Erfolg, allerdings dürfen wir uns nicht im Kleinklein verlieren“. Zunächst müssten Besucher im Allgemeinen und ihre Aufmerksamkeit auf markante Attraktionen gelenkt werden. „Wir können sicherlich nicht alles in einem Jahr durchsetzen. Deshalb sollten wir unseren Schwerpunkt zunächst auf den Kernort Zwiefalten legen“. Ihm schwebt vor, auf wenige markante Punkte – wie etwa das Münster – schon am Ortseingang hinzuweisen. Nähere Informationen könnten dann an den Parkplätzen erhältlich sein und das Peterstor sieht Henne als zentralen Punkt an: „Von hier aus können viele Wege abzweigen“.

Wichtig sei, die Besucher nicht mit zu vielen Details zu überfrachten, sondern das Mehr im Weniger zu sehen. „Überschaubar und kein Schilderwald“, so die Vorstellungen des Bürgermeisters. Im September sollen die nächsten Entwürfe dem Gemeinderat vorgelegt werden, bis dahin gibt es für das Planungsteam um Susanna Hirzler jedoch noch viel zu tun.