Ganz so international wie eigentlich gewünscht, wird das Fest nicht. Waliser und Schweizer haben abgesagt, aus Beaupréau kommt nur eine kleine Delegation. Gefeiert wird das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Münsingen und Mezöberény natürlich trotzdem wie geplant mit großem Programm. Vier Tage lang, vom 25. bis zum 28. Juli, sind rund 80 Gäste aus Ungarn auf der Alb, die meisten in Hotelzimmern untergebracht.

Mit dem Zug nach Sigmaringen

Am Donnerstag gegen 18 Uhr werden Feuerwehrleute, Mitglieder der Majoretten und der Volkstanzgruppe sowie an der Partnerschaft interessierte Bürger in Münsingen erwartet. Offizielle Leiterin der ungarischen Delegation ist Mezeiné Szegedi Erzsébet, der Bürgermeister hat seine Teilnahme aus persönlichen Gründen kurzfristig abgesagt. Begrüßung – es gibt eine Münsinger Infotasche – Quartierverteilung und ein Willkommensabend mit Büfett finden dann in der Zehntscheuer statt.

Am Freitag gehen die Ungarn auf Fahrt, und zwar mit einem Sonderzug nach Sigmaringen. Dort verbringen sie den Tag mit Schlossführung und Stadtbummel. Um 20 Uhr heißt es dann „Come together“: beim Festakt in der Alenberghalle stehen Reden, und Grußworte auf dem Programm, Münsinger Ehrenbriefe werden an Frauen und Männer überreicht, die sich für die Partnerschaft engagieren. Für Musik sorgen ein ungarisches Quartett sowie Kultur 33. Verköstigt werden die Besucher mit einem Büfett.

Übrigens: Reden und Grußworte werden nicht übersetzt. Wie schon beim deutsch-französischen Partnerschaftsfest vor zwei Jahren gibt es stattdessen ein Büchlein zum Nachlesen.

Zweifellos das Highlight des Jubiläums werden die Spiele ohne Grenzen werden. Sie finden im Freibad statt und leben natürlich davon, dass möglichst viele Münsinger kommen und mitmachen. Los geht es um 10 Uhr. Sind die Mannschaften mit jeweils sechs Personen formiert – am besten grenzenlos europäisch, Jung und Alt, Männer und Frauen gemischt – gibt es für alle ein weißes T-Shirt und Textilfarben: Erste Aufgabe: Mannschaftsnamen erfinden, T-Shirt damit beschriften. Danach erhalten die Teilnehmer ihre Laufkarten, auf denen die Ergebnisse eingetragen werden. Damit sich auch jeder zurecht findet, sind sowohl ein Freibadplan als auch die Spielregeln, mehrsprachig, zu jeder Station darauf gedruckt. Und dann heißt es: Lasst die Spiele beginnen.

 Die stehen unter dem Motto „Europa“. Dazu haben sich Bürgermeister Mike Münzing und Rebecca Hummel Aufgaben an zehn Stationen einfallen lassen – zu Land und im Wasser. Was sich zum Beispiel hinter dem großen Preis von Hungaroring, dem Drahtseilakt, der Großbaustelle oder Hole-in-one verbirgt, was das mit Riesenpuzzle, Bobby-Cars und dem Matschplatz zu tun hat: hinkommen, mitmachen oder aber auch einfach zuschauen und anfeuern.

Beim Stadtfest dabei

Zeitdruck gibt es keinen. Denn die Teilnehmer haben bis 16 Uhr Zeit, die Stationen in beliebiger Reihenfolge zu absolvieren. Am Ende des europäischen Wettkampfes gibt es Urkunden. Wer bei den Spielen mitmacht, hat freien Eintritt ins Freibad.

Der Sonntag beginnt um 10.15 Uhr mit einem Gottesdienst in der Martinskirche. Ihn halten der Münsinger Pfarrer Dr. Salomo Strauß und seine Kollegin aus Mezöberény Lázárné Skorka Katalin gemeinsam. Der letzte Punkt auf der Festliste ist dann um 15 Uhr. Auf dem Rathausplatz wird die Jubiläumstafel enthüllt. Anschließend machen sich die Ungarn auf die Heimreise.

Auch beim Stadtfest am Samstag und Sonntag sind die Gäste aus Mezöberény natürlich mit von der Partie. Sowohl die Volkstanzgruppe als auch die Majoretten haben verschiedene Auftritte auf den beiden Bühnen, das ungarische Quartett spielt am Stand des Partnerschaftskomitees auf dem Kirchplatz.

Wie alles begann: Münsingen und Mezöberény werden Partnerstädte


 1991 fand der erste Kontakt der Münsinger mit den Bürgern von Mezöberény statt. Der damalige Bürgermeister Rolf Keller fuhr mit einer Delegation nach Ungarn. Was sie sahen, gefiel. Den Ungarn die Alb beim Gegenbesuch  auch. 1992 beschlossen beide Gemeinderatsgremien die offizielle Partnerschaft.  1993 reisten 80 Münsinger nach Mezöberény, wo  die Urkunde unterschrieben wurde. Ein Jahr später fand in Münsingen die gleiche Zeremonie statt, ebenso wie die erste Europiade. 300 Sportler aus Deutschland, Frankreich, Ungarn und der Schweiz nahmen teil.
Weil Partnerschaft von Begegnung lebt, machten sich  beispielsweise 1995 französische  und deutsche Radfahrer auf  die Tour nach Ungarn, der Posaunenchor gab  zum 250. Jubiläum der evangelischen Kirche in Mezöberény dort ein Konzert. Auch die  Jugend machte mit: Die Schillerschule startete einen Schüleraustausch, und bei einem internationalen Workcamp  bauten Jugendliche aus beiden Städten eine Partnerschaftsbrücke über die Lauter.

2003 und 2004 war wieder  Feiern angesagt –  diesmal das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft. Beides Mal fanden  Veranstaltungen mit  buntem kulturellem Programm statt, die Münsinger schafften sogar die Nachbildung ihres Marktbrunnens nach Ungarn.

Das  besondere an der Partnerschaft: wenn gefeiert wird, sind auch (fast)  immer Gäste aus Beaupréau,  aus dessen Partnerstadt Abergavenny und aus der Schweiz dabei.