Der Landkreis hat für den Neubau tief in die Tasche gegriffen. Summa summarum hat alles knapp acht Millionen Euro gekostet. Das Gebäude wurde nach den neuesten Erkenntnissen „zur effektiven Erledigung der Betriebsabläufe gebaut“, sowohl die Unterbringung des Personals als auch die des Fahrzeug- und Maschinenparks sowie der Winterdiensttechnik, sagte Landrat Thomas Reumann gestern. Dabei hob er „die großzügige Fahrzeughalle“ hervor, in der kein Rangieren mehr notwendig ist. „So wird die Unfallgefahr gesenkt.“ Er vergaß nicht zu erwähnen, dass in den kommenden Monaten noch „eine großflächige Photovoltaikanlage“ folgt.

Berücksichtigung des Umweltschutzes

Ein wesentlicher Punkt bei der Planung „war die Berücksichtigung des Umweltschutzes“. So wird zum Beispiel das Regenwasser zur Herstellung der Salzsole und zur Fahrzeugwäsche verwendet. Die Wärmegewinnung wird über eine Holzschnitzelheizung erzeugt, deren nachwachsende Rohstoffe aus den Straßenbegleitflächen gewonnen werden. In diesem Zusammenhang sprach der Landrat das neue Salzlager an, in dem 1600 Tonnen gelagert werden können. Zum Vergleich: Am alten Standort auf der Hopfenburg in Münsingen, wo die Straßenmeisterei seit den 1960er-Jahren untergebracht war, waren es nur 900 Tonnen.

„Das ist ein wunderbarer Tag für die Bürger des Landkreises und die Verkehrsteilnehmer von nah und fern“, so Reumann. Er freute sich, dass sowohl Bauzeit als auch Baukosten eingehalten wurden. Den Dank richtete er an Andreas Reisch, Geschäftsführer der gleichnamigen Generalunternehmer-Firma aus Bad Saulgau, der, wie viele Landes- und Bundespolitiker, Bürgermeister, Kreis- und Stadträte unter den Gästen weilten.

Viel Beifall gab es für den Leiter der Abteilung Straßenverkehr im Landesverkehrsministerium, Andreas Hollatz, der von einem „modellhaften Bau“ im Land sprach. Er werde „den Blick und die Eindrücke“, die er bei der Führung erhalten hat, „mit nach Stuttgart nehmen“. Er wünschte „gute Fahrt und viel Glück in den nächsten 50 Jahren“. Bevor er zurück in die Landeshauptstadt fuhr, hatte er noch eine gute Mitteilung parat. Das Land werde sich in Zukunft weiterhin an den Kosten für Steinschlagschutzmaßnahmen im Landkreis Reutlingen beteiligen, versprach Hollatz.

Eberhard Rapp, der stellvertretende Münsinger Bürgermeister, freute sich, dass die neue Straßenmeisterei „im Zentrum der Zuständigkeit“ steht. Er sprach von einem „optisch sehr gelungenen Neubau“, der das Industriegebiet aufwerte. Rapp erinnerte daran, dass die Bürger die Arbeit der Mitarbeiter der Straßenmeisterei sehr schätzen, die die Straßen „zu fast jedes Tages- und Nachtzeit für uns freihalten“.

Zu Feier des Tages klebte Landrat Reumann mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistages ein kleines, goldfarbenes Schild an den Eingang der Halle, auf dem die Bauzeit und der Einweihungsmonat eingraviert sind.

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit

Danach konnten sich die geladenen Gäste und die Menschen von nah und fern nach Herzenslust die neuen Räume und die Fahrzeuge ansehen. Viele Besucher nutzten die einmalige Gelegenheit, mit dem Hubsteiger in 30 Metern Höhe das Gelände und die Region drumherum zu erleben.

Die vier Musiker der „Bader Alphorngaudi“, die Stadtkapelle Münsingen sowie die Musikkapelle Rietheim, sorgten nacheinander für gute Unterhaltung in der neuen Fahrzeughalle, in der sich nicht nur Landrat Reumann, sondern auch der stellvertretende Münsinger Bürgermeister Rapp „das eine oder andere rauschende Fest“ vorstellen können.

Wer weiß, vielleicht hat dieser Tag der offenen Tür bei einigen Jugendlichen Interesse geweckt. Die Straßenmeisterei bietet zum 1. September einen Ausbildungsplatz als Straßenwärter(in) an. Bewerbungen werden noch angenommen, sagten die beiden jungen Frauen, die am Informationsstand über das Berufsbild des Straßenwärters informiert haben.

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Mitarbeiter für 350 Kilometer Straße zuständig


Die Straßenmeisterei in Münsingen hat insgesamt 33 Beschäftigte und einen Auszubildenden, denen Richard Mäurle als Chef vorsteht. Eine Außenstelle befindet sich in Pfronstetten.
Dem Team stehen insgesamt 17 Fahrzeuge für die tägliche Arbeit zur Verfügung, sieben davon für den Winterdienst. Zudem noch fünf angemietete Lastkraftwagen. Die Mitarbeiter betreuen knapp 350 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im südlichen Landkreis Reutlingen, genauer gesagt auf der gesamten Albhochfläche, mit Ausnahme von Sonnenbühl und Römerstein.
Spatenstich für den Neubau auf dem rund 15 500 Quadratmeter großen Gelände in der Herrmann-Staudinger-Straße war im Juli 2017, das Richtfest ein knappes Jahr später. Die Fertigstellung wurde im September 2018 gefeiert. Zwei Monate später war dann die Inbetriebnahme. lejo