Veranstaltung Musical Kinder-und Jugendchöre evangelische Kirchengemeinde

Farbenfroh und stimmig inszeniert wurde das  Musical „Mirjam oder ein Binsenkorb Hoffnung“.
Farbenfroh und stimmig inszeniert wurde das  Musical „Mirjam oder ein Binsenkorb Hoffnung“.
Heike Feuchter 26.06.2018

Eine Erzählung über Flucht, Unterdrückung und Grausamkeit, welche aber auch positive  Gefühle wie Hoffnung, Zuversicht und unendliche Liebe übermittelt: das ist das Musical über Mirjam, welche ihren kleinen Bruder Mose im Schilf versteckte, um ihn vor dem Tod durch die Ägypter zu beschützen. Die Kinder- und Jugendchöre der evangelischen Kirchengemeinde haben das Singspiel um die biblische Geschichte  in den Mittelpunkt ihrer Wochenendkonzerte gestellt und die szenischen Darstellungen mit ansprechenden  deutschen und englischen Popsongs umrahmt.

Verfasser Ulrich Gohl hat in Musik und Text Situationen und Gefühle treffend und ergreifend  verarbeitet, Stefan Lust die Sprechertexte dazu geliefert. Erstmals waren die Jüngsten aus dem Kinderchor eins nicht nur sängerisch, sondern in allen Spielszenen beteiligt,  hob   Kantor Stefan Lust diese Besonderheit hervor. Farbenfrohe Kulissen und stimmige  Kleidung, ein despotischer Pharao samt Thron und Diener zum Luftwedeln, das Nilufer in Form von blauen Stoffbahnen, eine Babypuppe im Weidenkorb   sowie hart arbeitende und gläubige  Israeliten nahmen mit in die früheste Kindheit von Mose, der als Erwachsener sein Volk  aus Ägypten geführt hat.

Dass es soweit kommen konnte verdankte er der Liebe seiner Familie und der Fürsorge der Pharaonentochter: Unter Herrschaft des neuen Pharaos wurden die nach Ägypten geflohenen Israeliten zur Zwangsarbeit gezwungen, flehten in ihrer Not bei Gott um Hilfe und haderten mit ihrem Schicksal, gaben aber niemals auf. Die Situation spitzte sich zu, Druck und Schikane wurden härter: „Ihr Lumpenpack, Gesindel, ab in die Ziegelgrube, das ist eure gute Stube“ sangen die Kids  zur Szene der hart schuftenden und  mit Peitschenhieben angetriebenen Israeliten.

„Aus der Tiefe rufen wir zu Dir“ flehten sie Gott um Hilfe an.  Die nächste Grausamkeit des herzlosen Pharaos war die Instruktion der Hebammen zur Tötung aller hebräischen männlichen Neugeborenen. Als die Geburtshelferinnen dies verweigerten verhängte er den nächsten Todesbefehl: alle kleinen Jungen sollten ertränkt werden. Auch  diese dramatische Szene wurde in szenischem Spiel und Liedern wie „Ihr habt ein Herz aus Stein“ berührend dargestellt.

Gottes Macht und Beistand zeigte sich beim Versuch, das Leben von Mirjams kleinem Bruder Mose zu retten: er wurde von ihr im Binsenkorb am Ufer des Nils versteckt, von der mitleidigen Pharaonentochter gefunden und der eigenen Mutter als vermeintliche Amme übergeben, was ihn überleben ließ. Lebhaft und unverfälscht sangen und spielten die jungen Akteure und boten damit kurzweilige Unterhaltung.

Mehrsprachige Lieder

Die umrahmenden Lieder des Jugendchors nahmen die Themen des Musicals  mehrsprachig auf und begeisterten mit Dynamik und tonreinem Vortrag: Hymnisch erklang „Let us stand hand in hand“, jazzig kam „The Lord is my light“ daher, eingängig und melodisch die norwegische Weise „Jeg vil love deg“. Das schwungvolle „Diese Stadt“ gefiel ebenso wie das balladeske „Halte uns fest“, und volltönend vereinten sich alle drei Chöre zum jubelnden  Schlusslied „Bless the lord, o my soul“.

Die Kinder-und Jugendchöre wurden  musikalisch von  Xaver Tress (Gitarre) und Karl-Heinz Wallner(Bass) begleitet, Stefan Lust und Regina Böpple teilten sich E-Piano und Leitung, die szenische Ausgestaltung wurde von Regina Hintzenstern entwickelt und einstudiert. Für den Sound zeigten sich Simon Daigler und Simon Goller verantwortlich, die Kostümierung lag in Händen von Ann- Kathrin Lust und Anja Pason.

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