Am Gymnasium Münsingen herrscht Aufbruchsstimmung. Der Lockdown im Frühjahr katapultierte die Schulen im Land ins digitale Zeitalter, nun erfolgte am Gymnasium Münsingen eine Aufarbeitung dieser herausfordernden Zeit unter dem Stichwort „Krise als Chance“. Ziel ist es, die Schüler auch im Hinblick auf Studium und Beruf fit im Umgang mit digitalen Formaten zu machen.
Während des Lockdowns wurden am Gymnasium erste, wichtige Erfahrungen mit dem Unterricht über die Schulcloud gesammelt. Diese Plattform, eine Art WhatsApp für die Schule, erfüllt die gesetzlichen Datenschutzrichtlinien und bietet einen benutzerfreundlichen Rahmen für digital gestütztes Lernen. Über die verschiedenen Eltern-, Klassen- oder Lehrerchannels sind die Kommunikationswege kurz, der Materialaustausch gestaltet sich einfach.
Auch in diesem Schuljahr ist die gesamte Schulgemeinde über diese Cloud vernetzt. Und alle sind sich einig: Die Vorteile der Schulcloud möchte in Zukunft niemand mehr missen. Seit diesem Schuljahr wird sogar mit der Pro-Version gearbeitet. Dadurch steht nicht nur mehr Speicherplatz zur Verfügung, sondern es besteht auch die Möglichkeit, über die Cloud zu telefonieren oder Videokonferenzen abzuhalten.
Digital gestütztes Lernen soll in Zukunft noch stärker in den alltäglichen Unterricht eingebaut werden. An der Fortbildungsbereitschaft der Lehrer mangelt es diesbezüglich jedenfalls nicht. In den Sommerferien hat eine große Konferenz stattgefunden, an der die Lehrer ihre Lockdown-Erfahrungen aufgearbeitet haben. Einzelne Lehrer haben zu viel gewünschten Themen Mikro-Fortbildungen erteilt. Auf dem Plan standen beispielsweise das Erstellen von Audiobeiträgen, die Verwendung von verschiedenen Video- und Schreibtools sowie der Umgang mit digitalen Feedbacksystemen.
Profitieren darf das Gymnasium auch von den IT-Kenntnissen vieler Eltern, die sich regelmäßig mit Ideen einbringen. Aus der Elternevaluation des Online-Unterrichts ging der Wunsch hervor, Dateien in der der Cloud einheitlich zu verwalten. Daraus entstanden ist nun eine praktische Handreichung für die Lehrkräfte, bei deren Konzeption auch der stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Bernd Thumm mitgewirkt hat.
Ein wichtiges Ziel ist es, Schüler konsequent an das digital gestützte Lernen heranführen und die attraktiven Seiten des Fernunterrichts weiter zu nutzen. Erklärvideos oder Audiobeiträge erstellen stärkt die Medienkompetenz der Schüler und gehört von nun an zum Schulalltag. Außerdem ermöglichen offene und projektartige Aufgabenformate, dass Schüler selbstorganisiert und mit viel Eigenverantwortung lernen. Dies macht sie fit für die Herausforderungen in Studien- und Berufswelt, wo Eigeninitiative und kreative Lösungswege sind gefragt.

Corona: Vorbereitungen für den Ernstfall


Aktuell wird am Gymnasium aber auch der Ernstfall geprobt für den Fall, dass einzelne Klassen in Quarantäne müssen. In den Klassen fünf bis acht werden noch einmal die Grundlagen im Umgang mit der Schulcloud vermittelt. Ältere Jahrgänge simulieren den Ernstfall, indem sie den Unterricht probeweise über Videokonferenzen abhalten und optimieren. Für die Schule aufwendig gestaltet sich die Betreuung der Schüler bei Software-Problemen. Damit sämtliche Fragen geklärt sind, gibt es nun das Angebot einer „digitalen Sprechstunde“.