Münsingen Münsinger Gymnasium: Musikalischer Nachwuchs tritt in Zehntscheuer auf

Die jungen Nachwuchsmusiker des Münsinger Gymnasiums konzertierten in der Zehntscheuer. Foto: Sabine Graser-Kühnle
Die jungen Nachwuchsmusiker des Münsinger Gymnasiums konzertierten in der Zehntscheuer. Foto: Sabine Graser-Kühnle
Münsingen / SABINE GRASER-KÜHNLE 07.05.2013
Der musizierende Nachwuchs und das Orchester des Münsinger Gymnasiums haben bei ihrem Orchesterkonzert Spielfreude und Einsatz gezeigt. Dabei zeigten sie den Weg bis zur Schulorchesterreife auf.

Jeder Schüler lernt auf dem Gymnasium in Münsingen bereits ab der fünften Klasse ein Instrument. Dass die Anfänge schwer sind, ist jedem hinlänglich bekannt. Ebenso ist klar, wie motivierend ein Vorspiel vor Publikum ist. So erlebten die Zuhörer, die wohl wegen der vielen Konkurrenzveranstaltungen an diesem Sonntag nicht ganz so zahlreich in der Zehntscheuer erschienen waren, wie junge, frisch am Instrument eingelernte Talente ihre ersten Hürden meisterten. Außerdem ist ihnen verdeutlicht worden, dass fleißiges Üben in wenigen Jahren Schulorchesterreife schafft.

Höchst konzentriert strichen die Fünft- bis Siebtklässler des Streicher-Nachwuchsorchesters ihre Geigen, Celli und den Kontrabass unter der Leitung von Angelika Schlenker bei einem ruhig geführten Marsch von Georg Philipp Telemann. Die Phantasie half den ganz jungen Musizierenden beim zweiten Stück, einem Menuett: "Wir stellten uns eine aufgesprungene Halskette vor", erzählte die Moderatorin Naomi Mädicke und meinte damit die recht flotten Achtelketten in dem Werk.

Dass die jungen Streichertalente nicht nur fit in klassischer Musik sind, sondern auch moderne Kompositionen gut umzusetzen wissen, zeigten sie in ihrem zweiten Musikblock mit Werken von zeitgenössischen Musikpädagogen. Dort zogen die Streicher nicht nur ihre Bögen über die Saiten, sondern ließen ihre Instrumente durch Zupfen im schönsten Pizzicato erklingen. Richtig Spaß schienen die Nachwuchsstreicher beim Fiddle-Kids-Rag zu haben. Beinahe hörte man die Spottverse bayerischer Gstanzl aus dieser fröhlich dargebrachten Musik heraus.

Der Bläsernachwuchs "Get Music" zeigte mit dem schreitenden Rhythmus einer "Courante", einem mozartschen Trompetenstück sowie Händels "Majestic-March", dass er ebenfalls versiert in der Klassik ist. Doch die Mädchen und Jungen fühlen sich auch richtig wohl in moderner Musik. So bunt, wie die Besetzung des Nachwuchsorchesters mit Cello, Holzbläsern wie Fagott, Klarinetten und Flöten, mit Blechbläsern, Schlagzeug, Keyboard, Gitarre und Akkordeon auch war, sie erzeugte ein harmonisches Klangspektrum.

Das zeigte sich insbesondere in den Arrangements des vergangenen Jahres unerwartet verstorbenen Steffen Hinger, der am Gymnasium die musikalische Arbeit bedeutend mitgeprägt hat. Für eine solche Instrumentenmischung sind die Hinger-Arrangements bestens geeignet. Und den jungen Leuten machte es sichtlich Spaß, sie zu spielen. So der alte Hit "Sailing" oder der Chartbreaker "Eternal Flame". "Get Music" interpretierte mit seiner Musik romantische Verklärtheit ebenso nachvollziehbar, wie entflammte Romantik.

Bettina Harke kann mit ihrem Schulorchester schon zu ganz anderen Werken greifen, als ihre beiden Kolleginnen. Denn die reiferen Musikschülerinnen und -schüler haben bereits einige Jahre Übung hinter sich. Zudem setzte die Dirigentin auf bekannte Werke, deren Melodien sich ihren Weg rasch in die Ohren der Zuhörer bahnten. Überzeugend brachten die Schülerinnen und Schüler trotz des gedrosselten Tempos den lebhaften tänzerischen Schwung, der den slawischen Tänzen nachempfundenen Musik von Antonin Dvorak rüber. Elegant kam das Largo aus Vivaldis Violinenkonzert a-Moll mit seinem berühmten Thema daher. Mit dem Finale aus Haydns Sinfonie 101, nach einem Arrangement von Christopher Hogwood, zeigten die jungen Orchestermitglieder noch einmal sehr eindrucksvoll, wie homogen sie agieren. Die kammermusikalischen Elemente, in kleineren Instrumentalgruppierungen gut gespielt, fügten sich harmonisch in die schön dargebrachten Tuttipassagen ein. Nach knapp eineinhalb Stunden tobten sich die Musizierenden zur Freude des Publikums in einem Gesamtorchester noch einmal mit dem wohl klassischsten aller Blues aus, dem "Happy Blues".

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