Hayingen Mit Oper und Pop für Indien

Voll besetzt war am Freitag die Hayinger St.Vitus-Kirche beim Benefizkonzert für Hilfsprojekte in Indien. Foto: Sabine Zeller-Rauscher
Voll besetzt war am Freitag die Hayinger St.Vitus-Kirche beim Benefizkonzert für Hilfsprojekte in Indien. Foto: Sabine Zeller-Rauscher
Hayingen / SABINE ZELLER-RAUSCHER 16.06.2014
Eine ganz besondere Mischung, gabs am Freitag beim Benefizkonzert zugunsten des Hilfsprojektes "Hilfe zur Selbsthilfe" in der St. Vitus-Kirche: Unterhaltung, soziales Engagement und pure Dankbarkeit.

Ein solch kunterbuntes Programmheft, exakt zum "Himmel und Hölle-Fingerspiel" zusammengefaltet - das hat es in der St.Vitus-Kirche wohl noch nie gegeben. Ein erster Eindruck, der die zahlreichen Konzertbesucher gleich zu Beginn auf ein ausgesprochen vielfältiges Programm einstimmen sollte und das symbolisch für das "reiche" Hayingen im Vergleich zum armen Indien, betrachtet werden konnte. "Reich" nicht auf das ganz große Geld bezogen, sondern auf das ganz normale Leben, das die meisten Menschen in den Industrieländern ohne Hunger und große Not leben lässt.

Auch Doris Müller zählt sich da zu den ganz reichen Menschen und sagt deshalb voller Dankbarkeit: "Uns geht es so gut, wir haben gesunde Kinder und ich bin so zufrieden, deshalb gebe ich gerne etwas ab".

Doris Müller war es, die mit ihrem Mann Herbert das Benefizkonzert für Hilfsbedürftige aus Indien auf die Beine gestellt hat. Ganz wichtig dabei war ihr, zu wissen, dass das gespendete Geld auch tatsächlich da landet, wo es ankommen soll.

In Pater Georg Kallampalliyil, der seit sieben Jahren Seelsorger in Hayingen ist, hat das Konzert-Team einen kompetenten Partner an der Seite. Ende Juni will das Ehepaar Müller mit Pater Georg nach Indien aufbrechen, um vor Ort zu entscheiden, wohin der Erlös aus dem Konzert fließen wird. Verschiedenste Projekte wie Ziegenprojekt, Unterstützung für Kinder, Frauen und Obdachlose sowie Hilfe in der Ausbildung oder in der Nothilfe warten in Indien auf Spenden.

Dass nicht nur die erstklassigen Akteure, die beim Konzert begeisterten, sondern auch die Konzertbesucher hinter der Sache standen und häufig in Gedanken bei den Menschen in Indien waren, war während des Konzertes immer wieder deutlich zu spüren. Insbesondere in den kleinen, applausfreien Momenten zwischen den Musikstücken. Zum besseren Verständnis: Applaus war auf Rücksicht auf die Hobbymusiker nur in den vorgegebenen Applauspausen erwünscht. Für die Zuhörer nicht einfach, denn zu gerne hätten sie jedes einzelne der Musikhäppchen mit großem Applaus belohnt.

Doch gerade die kleinen, stillen Momente zwischen den klangvollen Darbietungen gaben wohl den meisten der Konzertbesucher die Chance, gedanklich ins ferne Indien zu reisen. Stets mit der Gewissheit, dass es wohl jedem einzelnen in den vollbesetzten Kirchenbänken eigentlich ganz gut geht.

Organisatorin Doris Müller begeisterte mit ihrer gehaltvollen Sopranstimme und sorgte beim einen oder anderen nicht nur mit "My heart will go on" von Celine Dion für Gänsehautfeeling. An der Orgel glänzte Carmen Bader, Carolin Arnold verzauberte mit Gesang und Gitarre, Helen Gramlich und Pia Öschle mit zarten Harfenklängen, Walter Ranz und Freunde mit ihren Blechblasinstrumenten und Bernhard Haberbosch mit starkem Bassus.

Die Benefizkünstler, die - kaum zu glauben - erst am Abend zuvor erstmals gemeinsam geprobt haben, streiften dabei die verschiedensten Musikepochen und -richtungen von Klassik, über Musical, Oper und Pop bis hin zum mitreißenden Gospelgesang. Zwischendurch trug Erika Gramlich immer wieder Geschichten aus Pater Georgs Buch "Für ein gelungenes Leben" vor.

Von ihren Erfahrungen in Indien berichtete Nadine Bader dann gegen Ende des Benefizkonzertes mit einer kleinen Bildpräsentation, in welcher sie das Divyahrudah Ashram vorstellte. Eine Gemeinschaft in Indien, die Waisenkinder, Obdachlose und Pflegebedürftige unterstütz.

"Eine supertolle Sache", lobte Pater Georg die Arbeit der vielen versteckten Talente in seiner Gemeinde. Lob für das ehrenamtliche Engagement der Hayinger gabs auch gleich zu Beginn des Konzertes von Schirmherr Roland Freiherr von Saint-André, der schon seit vielen Jahren ein Waisenhaus in Indien unterstützt. Zusammengekommen sind beim Benefizkonzert am Freitag gut 5500 Euro, berichtet Initiatorin Doris Müller.

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