Münsingen Mit "grüner Visitenkarte"

Präsentierten den Flyer "Unternehmen schaffen biologische Vielfalt im Biosphärengebiet: Dr. Rüdiger Jooß, Angelika Jany, Ewald Schmauder, Dr. Markus Nawroth, Prof. Dr. Konrad Reidl und Frank Bechle (v. l.).
Präsentierten den Flyer "Unternehmen schaffen biologische Vielfalt im Biosphärengebiet: Dr. Rüdiger Jooß, Angelika Jany, Ewald Schmauder, Dr. Markus Nawroth, Prof. Dr. Konrad Reidl und Frank Bechle (v. l.). © Foto: Heike Feuchter
HEIKE FEUCHTER 17.06.2016
Die Firmenfläche als biologisch vielfältiger Lebensraum? Das geht. Wie? Eine Infobroschüre und Projekte in Münsingen zeigen es.

Die Förderung der biologischen Vielfalt auf Firmenflächen war Thema eines dreijährigen Projekts, welches von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Geislingen-Nürtingen im Rahmen des Biosphärengebiet-Förderprogramms bearbeitet wurde. Firmen wurden gezielt über die vielfältigen Möglichkeiten informiert, wie man das Betriebsgelände naturverträglich gestalten kann und damit neue Lebensräume für Tieren und Pflanzen erschließt. Eine Maßnahme, die nicht selten mit ästhetischer Aufwertung verbunden ist, das Bewusstsein der Leitung für Nachhaltigkeit zeigt, schöne Ecken für die Mitarbeiter schafft und dem Firmenareal eine "grüne Visitenkarte" beschert.

Möglichkeiten gibt es viele. Das erläuterten am Mittwoch die Projektbeteiligten Dr. Rüdiger Jooß vom Biosphärenzentrum, Professor Dr. Konrad Reidl von der Hochschule, Angelika Jany vom Büro werKstatt.landschaft und Dr. Markus Nawroth von der IHK Reutlingen bei der Vorstellung der Broschüre. Ob Blumenwiesen, Kleingewässer, Trockenmauern, Wildsträucherhecken, Dachbegrünungen, Natursteine, Nisthilfen. . . .

"Die praxisnahe Darstellung des Themas mit Regionalbezug war uns wichtig" erklärte Jooß . "Bereits mit kleinen Maßnahmen kann ein aktiver Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt geleistet werden", erläuterte Reidl. Dass moderne Firmen neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch soziale und ökologische Aspekte im Blick haben wusste Dr. Nawroth aus seinen Erfahrungen bei der IHK. Und Planerin Angelika Jany klärte über das große Potential in der naturnahen Gestaltung von Betriebsflächen auf: "Neben der ökologischen Wirkung erwecken die Flächen Aufmerksamkeit bei Passanten, sind attraktive "Hingucker ".

35 Firmen im Biosphärengebiet wurden während des Projekts per Präsentation informiert, 31 erhielten eine betriebsspezialisierte Studie und zehn Firmen entschieden sich bis dato zur Umsetzung der biologischen Vielfalt auf dem Gelände. Zwei davon in der Kernstadt: neben F.K. Systembau GmbH hat auch die Pirker+Pfeiffer Ingenieure GmbH & Co.KG Maßnahmen geplant oder bereits realisiert. F.K. Systembau hat sich anhand der Analyse zur Umsetzung mehrerer Aktionen entschieden: unter anderem werden Apfelbäume und eine Wildsträucherhecke angepflanzt, die Rasenfläche soll zur Blumenwiese umgestaltet werden: "Wir wollen die Verbindung zur Biosphäre aufzeigen und für unsere Mitarbeiter ein attraktives und interessantes Firmengelände schaffen", erläuterten die Geschäftsführer Thomas Kohler und Ewald Schmauder. Ab September werden die Vorhaben angegangen.

Bei Pirker+Pfeiffer wird die ums Gebäude reichende bunte Blumenwiese samt altem Baumbestand nur noch zweimal jährlich gemäht, das Schnittmaterial per Hand aufgenommen -beste Voraussetzungen zur Entwicklung einer artenreichen Blumenpracht: So entwickelt sich die Wiese, durch Entzug des Nährstoffes für Gräser haben Blumen die Chance zum Gedeihen.

Stimmig dazu wurde auf dem Gelände in Kooperation mit dem Umweltbildungszentrum Listhof ein Wildbienenhotel angelegt, ein weiterer wichtiger ökologischer Beitrag. Als nächstes soll die Böschungsbepflanzung mit gebietsheimischem Material angegangen werden: "Wir arbeiten als Ingenieurbüro naturnah, wollen nach Möglichkeit begrünen statt betonieren", erklärte Geschäftsführer Frank Bechle.

Info: Die Broschüre "Unternehmen schaffen biologische Vielfalt im Biosphärengebiet Schwäbische Alb"

mit vielen Informationen, Adressen und Ideen ist bei der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets erhältlich oder als Download unter www.biosphaerengebiet-alb.de abrufbar.