Auingen Meilenstein in der Anerkennung von Künstlern mit Behinderung

Ausstellungseröffnung von „Alb Brut“ (von links): Franz Tress, Stefan Hartmaier, Landrat Thomas Reumann, Sarah Boger, Albert Giese, Pfarrer Lothar Bauer.
Ausstellungseröffnung von „Alb Brut“ (von links): Franz Tress, Stefan Hartmaier, Landrat Thomas Reumann, Sarah Boger, Albert Giese, Pfarrer Lothar Bauer. © Foto: Leader Mittlere Alb
Vom 1 / ab 03.07.2018

Vom 1. Juli bis 30. September sind Besucher sowie Künstler eingeladen, die Ausstellung „Alb Brut“ im Albgut in Münsingen zu besuchen. Das Projekt „Alb Brut“ ist eine Initiative des Kulturvereins Camp der Bruderhaus-Diakonie und der Gustav Mesmer Stiftung. Gezeigt werden Kunstwerke von zwölf regionalen Kunstschaffenden, die der Kunstrichtung „Art Brut“ zugerechnet werden können. Darunter sind Malereien und Objekte von Künstlern aus den Heimen der Bruderhaus-Diakonie, der Samariterstiftung und Mariaberg zusammen mit ausgewählten Werken von Gustav Mesmer.

„Art Brut“ kommt aus dem Französischen, bedeutet übersetzt: „rohe Kunst“ und ist ein Sammelbegriff für Kunst von Menschen ohne akademische Kunst-Ausbildung und teilweise mit einer psychischen und/oder geistigen Behinderung. Die Bezeichnung „Art Brut“ wurde vom französischen Maler Jean Dubuffet geprägt, der sich mit einer naiven und anti-akademischen Kunst beschäftigte. „Art Brut“ beschreibt eine Kunst jenseits etablierter Formen und Strömungen. Der Ausstellungsname „Alb Brut“ ist an diese Bezeichnung angelehnt. Bei der Eröffnung am 1. Juli freut sich Landrat Thomas Reumann sehr über die Unterstützung des Projekts mit Leader-Fördergeldern: „In unserer Leader-Region Mittlere Alb gibt es viele tolle Künstlerinnen und Künstler, die der Kunstrichtung „Art Brut“ zugerechnet werden können. Diese sind aus einer tiefen inneren Motivation heraus künstlerisch tätig und möchten durch ihre Kunst auf ihr Umfeld wirken – doch oft haben sie Barrieren zu überwinden. In der Vergangenheit habe ich es immer wieder erlebt und Betroffene haben mir berichtet, dass Menschen mit Behinderung der Zugang zu angemessenen Ausstellungsmöglichkeiten fehlt. Mit dieser Ausstellung ändern wir das.“

Die barrierefreie Ausstellung wird von einem umfassenden Bildungsprogramm sowie zahlreichen Angeboten an Austauschmöglichkeiten ergänzt. Im Albgut im BT13 und BT15 können freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr neben der Ausstellung unter anderem ein Lyrikbrunch, ein Flugradwettbewerb sowie verschiedene Kunst-Workshops besucht werden. Der Eintritt ist kostenfrei, damit allen Interessierten der Besuch der Ausstellung und die Teilnahme an Veranstaltungen ermöglicht wird. Mit dem Projekt „Alb Brut“ begleiten die Veranstalter Menschen mit Behinderungen dabei, einen Zugang zu kulturellen Aktivitäten zu erhalten. Es wird die Möglichkeit geschaffen, selbst kulturelle Beiträge zu leisten, die in der Gesellschaft wahrgenommen werden, ohne dass dabei irgendeine Behinderung im Vordergrund steht.

Als Zeichen für eine erfolgreiche Antragstellung im Leader-Förderprogramm und zur Information der Öffentlichkeit, dass das Projekt derzeit umgesetzt wird, überreicht Landrat Reumann zur Ausstellungseröffnung die Leader-Erläuterungstafel an die Projektverantwortlichen. „Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Leader-Aktionsgruppe Mittlere Alb so eine wunderbare Ausstellung mit mehr als 32 000 Euro an Landesmitteln unterstützt. Damit fördern wir kulturelle und soziale Angebote im ländlichen Raum und setzen einen wichtigen Meilenstein in der Anerkennung der Kunst von Menschen mit Behinderungen. Ich wünsche den Veranstaltern viel Erfolg und den Künstlern sowie den Besuchern viel Vergnügen“, sagte Reumann.

Info Wer auch eine tolle Projektidee, die zur Weiterentwicklung unserer Region beiträgt, hat, sollte sich beim Leader-Regionalmanagement in Münsingen, Telefon (0 73 81) 402 97-00, www.leader-alb.de) melden.

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