Die geplante Umstrukturierung des Hayinger Naturtheaters kommt voran. Am Donnerstag hat der Gemeinderat entschieden, wer künftig die künstlerische und die organisatorische Leitung innehat. Bürgermeister Kevin Dorner erinnerte zunächst daran, dass der Gemeinderat im Mai 2017 die Verwaltung beauftragt hatte, einen Förderantrag bei der Leader-Geschäftsstelle sowie beim Förderprogramm Trafo zu stellen mit dem Ziel, einen Ganzjahresbetrieb für das Naturtheater auf die Beine zu stellen. Die Kostenschätzung belief sich damals auf 180 000 Euro bei einem Eigenanteil von 50 400 Euro.

Das Regierungspräsidium knüpfte den Bewilligungsbescheid für die Förderung des Projekts daran, dass für die Kostenpositionen mindestens drei vergleichbare Angebote eingeholt werden. Die Ausschreibung von künstlerischen Leistungen habe eine erhebliche Herausforderung dargestellt, so Dorner.

Man habe sich mit dem RP darauf verständigt, dass das Gesamtprojekt zur Kostenplausibilisierung einer Fachjury vorgelegt wird. Dieses habe Anfang Dezember entschieden, dass die berechneten Kosten im Verhältnis zum Gesamtprojekt plausibel seien und daher ein Förderbescheid ausgestellt werden könne.

Diesen habe die Stadt am 11. Dezember endlich erhalten. Jetzt gehe es darum, die Leitung zu vergeben. Für die künstlerische Leitung seien die Angebote von marks&schleker aus Sigmaringen, vom Theater in den Bergen, Häg-Ehrsberg sowie von Silke von Eschenhoff aus Mannheim eingegangen. Günstigste Bieterin mit 59 000 Euro waren Silvie Marks und Johannes Schleker, die bereits die Stücke der letzten Jahre inszeniert hatten. Die anderen Angebote lagen bei 65 000 und 79 500 Euro. Für die organisatorische Leitung lagen insgesamt vier Angebote vor, und zwar von Marie-Helene Nille-Hauf aus Hayingen, Heyder und Partner aus Tübingen, Fortschritt aus Frankfurt und Babette Ulmer aus Aichwald. Mit 35 700 Euro war Babette Ulmer am günstigsten und erhielt auch den Zuschlag. Das teuerste Angebot hatte übrigens bei happigen 140 000 Euro gelegen.

An Gesamtkosten erwartet Dorner eine Summe von 174 000 Euro, wobei der Eigenanteil der Stadt jetzt bei knapp 57 000 Euro liegt. In den Kosten enthalten ist auch eine 50-Prozent-Stelle für ein Kulturbüro. Das Projekt ist insgesamt auf zwei Jahre  angelegt. Kämmerer Manuel Reiner hatte noch die Zahlen des vergangenen Jahres parat. Demnach haben 5769 zahlende Besucher das Kinderstück „Hans im Glück“ gesehen und 6293 Gäste wurden bei der „Schwäbischen Odyssee“ gezählt. Gegenüber 2017 waren es etwa 3200 Besucher mehr. Erreicht wurde finanziell ein deutlich geringeres Minus als vorgesehen, das rund 30 500 Euro betrug statt 56 000 Euro.

Christa Herter-Dank hätte sich mehr Informationen über die jeweiligen Angebote gewünscht. Bei der künstlerischen Leitung handle es sich um Leute aus dem Theaterbereich und Babette Ulmer habe bereits ähnliche Prozesse begleitet, antwortete Kevin Dorner.

Der Gemeinderat vergab (bei einer Enthaltung bei der künstlerischen Leitung) die Leitung wie vorgeschlagen und stimmte der Ausschreibung für die Besetzung einer 50-Prozent-Stelle für das Naturtheaterbüro zu.