Seit einem Jahr gibt es Geschwindigkeitsbeschränkungen für Motorräder im Lautertal. Für Thomas Marwein,  Lärmschutzbeauftragter der Landesregierung, eine zweifelhafte Maßnahme. „Der Effekt ist sicherlich da, aber unterschiedliche Geschwindigkeiten auf einer einspurigen Straße sehe ich als extrem kritisch an“, führte er gestern Nachmittag im Rahmen seiner Sommertour in Buttenhausen aus. „Die Absicht ist lobenswert und erkennbar, aber ich halte die für ordnungswidrig“.

Nach Ortsausgang Tempo 50

Seit Mai 2018 gilt für Motorradfahrer an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen auf einer Strecke von 500 Metern nach Ortsausgang Tempo 50. Eine spürbare Erleichterung für die Anwohner, auch wenn diese sich weitere Maßnahmen wünschen würden. Dass Marwein die Beschränkung nun in Frage stellt, kam überraschend. Für ihn ist das Lautertal ein „Lärmhotspot“. „Motorräder sind legal laut und legal zu laut“, gab er zu und räumte im Gespräch mit Vertretern der Bürgerinitiative „Motorradlärm im Lautertal“ ein, dass es weder für einen Nationalpark noch für ein Biosphärengebiet Sonderregelungen geben könne. Er sah zwar dringenden Handlungsbedarf und bestätigte den enormen Motorradlärm, konkrete Lösungen hatte jedoch nicht auf der Hand. Ein erster Schritt wäre wohl ein Verbot für Klappenauspuffanlagen, auch durchgängige und für alle Verkehrsteilnehmer verbindliche Geschwindigkeitsreduzierungen könnten eine Erleichterung bringen. Darüber hinaus könnten mehrfache und kurzzeitige Messungen an unterschiedlichen Orten helfen, doch das sei aufgrund der zu dünnen Personaldecke bei der Polizei nicht möglich. In ganz Baden-Württemberg würden Anwohner auf die Barrikaden gehen. Das sei wichtig und gut, um das Bewusstsein für Lärm zu schärfen. Außerdem forderte Marwein die Kommunen auf, Lärmschutzaktionspläne zu erstellen.

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