Die Volkshochschulen in der  Region Neckar-Alb von Münsingen bis Rottenburg und von Albstadt bis Metzingen haben in einem Appell vor den Landtagswahlen auf die dramatische Lage der Erwachsenenbildung hingewiesen, denn vor fast exakt einem Jahr wurde das erste Betriebsverbot ausgesprochen, wie die Volkshochschulen in einer Mitteilung berichten.
Dadurch haben die Volkshochschulen im letzten Jahr durchschnittlich 69 Prozent ihrer Einnahmen verloren. Nun fordern sie in einem Schreiben an alle Landtagskandidaten in der Region eine einmalige Verdoppelung des Landeszuschusses. Damit könnten etwa zwei Drittel der Ausfälle kompensiert werden. Der Vorsitzende der VHS-Regionalkonferenz, Dr. Ulrich Bausch, freut sich über die zahlreichen positiven Rückmeldungen. Von der AfD abgesehen, die in Hechingen sogar die Schließung der dortigen Volkshochschule fordert, waren die Reaktionen durchweg positiv und sogar mit konkreten Zusagen verbunden.

Eine Krise verhindern

Die Balinger SPD-Kandidatin Annegret Lang versicherte, sie werde die Forderung der Volkshochschulen mittragen, ihr FDP-Mitbewerber Dirk Egger schrieb, er halte die Forderung für fair und realistisch, denn es gelte, eine Krise der Volkshochschulen zu verhindern. Seine Reutlinger Kollegin Regine Vohrer griff die Forderung als sinnvoll auf und ergänzte, sie werde auch auf kommunaler Ebene für die Volkshochschule eintreten.
Klaus Käppeler (SPD) schrieb, er werde die Forderung unterstützen, schließlich habe er schon immer für eine bessere Finanzierung der Volkshochschulen gekämpft. Petra Braun-Seitz (Die Linke) sicherte ebenfalls Unterstützung zu, die Grünen Kandidaten Erwin Feucht, Cindy Holmberg, Daniel Lede Abal und Thomas Poreski, sagten zu, sich dafür einzusetzen, die Ausfälle größtenteils zu ersetzen, indem die Zuschüsse pro Unterrichtseinheit entsprechend erhöht würden.
CDU-Kandidat Frank Glaunsinger fordert ein Hilfspaket, denn eine starke VHS sei nach der Pandemie umso notwendiger. „Leider hat kein einziger der AfD-Kandidaten auf das Schreiben der Volkshochschulen geantwortet“, heißt es in dem Schreiben der Volkshochschulen abschließend.