Als „sensationelle Geschichte“ stufte der Gomadinger Bürgermeister Klemens Betz in der jüngsten Ratssitzung die Schenkung von 57 Gemälden des Künstlers Felix Hollenberg an die Gemeinde ein. Er hatte zwei der Werke mitgebracht, nämlich „Das Neckartal im Mai“ und „Alblandschaft bei Gomadingen“. Das letztgenannte Bild habe der Großvater des Schenkenden 1941 von Hollenberg erhalten. Es sei ein Traum, dass dieses Bild jetzt hier ist. „Vor einigen Wochen habe ich den Anruf eines Kunstsammlers aus der Schweiz erhalten, der angeboten hat, die Gemälde uns als Schenkung zur Verfügung zu stellen“, berichtete Betz weiter, ohne den Namen des Betreffenden zu nennen. „Er wird Ende November nach Gomadingen kommen, um bei der Eröffnung einer Sonderausstellung mit den neuen Werken dabei zu sein“, verriet der Schultes.

Bilder dürfen nicht verkauft werden

Für die Gemeinde seien die zum Teil nicht einmal im offiziellen Verzeichnis geführten Bilder von „unschätzbarem Wert“. Betz erinnerte an den 50. Todestag Hollenbergs im Jahr 1995, als seine Tochter der Gemeinde 300 Radierungen, Ölbilder, Tusche- und Bleistiftzeichnungen unter der Bedingung vermacht habe, dass die Bilder nicht verkauft werden dürften und „dauerhaft, öffentlich in würdigem Rahmen“ gezeigt werden müssten. „Das war der Anlass für die Einrichtung der Hollenberg-Galerie im Rathaus“. Der 1868 in Sterkrade bei Duisburg geborene Hollenberg lebte seit 1935 immer wieder und seit 1944 bis zu seinem Tod im April des darauffolgenden Jahres dauerhaft in Gomadingen. Er war bekannt als Landschaftsmaler und vor allem durch seine Radierungen, bei denen er einen ganz eigenständigen Stil entwickelt hat. Seine Motive fand er zunächst in seiner Heimatregion Dinslaken, später in Stuttgart und auf der Alb. In der Zeit des Nationalsozialismus musste er seine leitenden Funktionen im württembergischen Kunstverein aufgeben. Neben der Sammlung in Gomadingen mit rund 350 Werken, besitzt das Kunstmuseum Albstadt rund 1000 Werke von Hollenberg und vergibt seit 1992 den Felix-Hollenberg-Preis.

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