Mit einem neuen Konzept wollte der Förderverein Wimsener Mühle das Kulturprogramm in der Wimsener Mühle fortsetzen. Die Umgestaltung war notwendig geworden, weil der langjährige Macher und Organisator Didi Schrade sich zurückziehen musste. „Er hat bislang die gesamte Organisation fast ausschließlich selbst gemacht“, sagte Robert Riehle, Vorsitzender des Fördervereins und früherer Hayinger Bürgermeister, vor einiger Zeit bei der offiziellen Vorstellung des neuen Veranstaltungszyklus. „Wir sind ihm dankbar für die Jahresprogramme, die er in der Vergangenheit auf die Beine gestellt hat und auch weiterhin an seiner Mitwirkung und seinen Beziehungen im Musikgeschäft interessiert“, lobte Riehle den Wimsen-Macher. Nachdem Schrade sich aus gesundheitlichen Gründen vom Organisationsgeschäft verabschieden musste, stellte sich im Verein die Frage, wie es weitergehen könnte. Auch das Ende des Kulturprogramms stand zur Diskussion, rief Riehle in Erinnerung. Doch: „Die Mühle hat ein Programm verdient und in der Region sind die kulturellen Veranstaltungen gefragt“, betonte der Vereinschef. Nachdem einige Mitglieder signalisiert hatten, sich aktiv einzubringen, wurde die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt. Zudem haben die Akteure das Jahresprogramm abgespeckt – standen bislang elf bis zwölf Angebote im Flyer, sind es heuer sieben. Die Idee, das Programm durch eine professionelle Kraft aufstellen zu lassen, war finanziell nicht tragbar. „Sonst hätten wir keine schwarze Null erwirtschaftet“.

Und nun erwischt die Corona-Pandemie die ehrenamtlichen Akteure in ihrem ersten Jahr völlig unverschuldet mit voller Wucht und der Lohn für ihre aufwendige Organisationsarbeit in Form zufriedener Künstler und Zuschauer fällt mit Sicherheit schmäler aus als zu erwarten war. Eigentlich nämlich hätte es in zehn Tagen losgehen sollen. Auf dem Programm stand „Karl Neukauf“, der die Lieder von Udo Jürgens neu arrangiert auf die Bühne bringt und Jürgens als „sensiblen und brillanten Geschichtenerzähler“ den Zuhörern vorstellt. Doch öffentliche Veranstaltungen sind derzeit nach den Vorgaben der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg untersagt, folglich wurde das Konzert mit Neukauf abgesagt.

Und wie geht es weiter? Das lässt sich mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Pandemie derzeit noch nicht vorhersagen und ab wann kulturelle Veranstaltungen wieder möglich sind, hängt von den Vorgaben der Behörden ab. Klar ist, dass der zweite Termin am 9. Mai „Zydeco Annie + Swamp Cats“ gehört, sofern er stattfinden kann. Für Fans und Kritiker ist Zydeco Annie mit ihren Swamp Cats seit 15 Jahren die Nummer Eins, wenn es um die Cajun- und Zydecomusik aus Louisiana geht. Begleitet wird die Band von dem Sänger, Gitarristen und Fiddle-Player Helt Oncale. Auch wenn das Konzert sicher auf wackligen Beinen steht, die Veranstalter haben auf der Seite des Ticketvorverkaufs hier und bei allen anderen Terminen für Sicherheit gesorgt, sodass niemand beim Kauf von Karten zögern muss: Im Fall einer als Folge der Corona-Pandemie erzwungenen Konzertabsage werden die Kosten zurückerstattet.

Blues und Rock

Zwei Wochen später am 23. Mai ist die „Austropop Tribute Band“ zu Gast. Die Musiker wollen die Songs österreichischer Musiker aus den 70er und 80er Jahren authentisch und live auf der Bühne präsentieren. Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros und natürlich Falco stehen auf der Playlist.

Weiter geht es dann am Freitag, 26. Juni, mit „Dream Catcher“, einer außergewöhnlichen Band, die sich musikalisch nach ihren eigenen Worten dem „Raggle Taggle Folk“ verschrieben hat. Die „Traumfänger“, deren Konzert in der Wimsener Mühle von unserer Zeitung präsentiert wird, beschränken sich in ihren Folksongs keinesfalls auf Titel von der grünen Insel, sondern verkörpern als echte Kosmopoliten aus dem kleinen Luxemburg die ganze Bandbreite des Folk. Frontmann John Rech sing sowohl auf Deutsch als auch Französisch und Luxemburgisch. Nicht zuletzt garnieren die vier Jungs ihre Konzerte mit einer kräftigen Prise Humor. Das Sommerfest steigt am Freitag, 17. Juli, und ist der „History of Rock’n’Roll“ gewidmet. Die „Boogie Pilots“ lassen alle Legenden aus den 50er, 60er und 70er Jahren musikalisch auf der Bühne wiederaufleben. Sänger und Sasha-Weggefährte Bob Dawn sorgt für die Moderation.

Nach der Sommerpause geht es am 18. September weiter mit der australischen Band „The Black Sorrows“, die Elemente von Blues, Rock sowie klassischem R&B kombiniert und auch Einflüsse von Jazz und Country nicht verleugnen kann. Zum Abschluss der Wimsen-Saison am 23. Oktober wird die „Boogie Connection“ auf der Bühne stehen: Blues, Soul und Boogie-Woogie total!

Alle Veranstaltungen in der Wimsener Kulturmühle beginnen um 20 Uhr, der Zugang ist barrierefrei.

Info Der Vorverkauf im Webshop ist möglich auf der Homepage „www.wimsen-kulturmuehle.de“. Karten im Vorverkauf sind – sofern es keine aktuell gültigen Einschränkungen gibt – grundsätzlich auch in den Geschäftsstellen des „Reutlinger Generalanzeiger“ sowie im Gasthaus Friedrichshöhle Wimsen und im Bierhimmel in Zwiefalten sowie für das Konzert mit Dream Catcher in der Alb Bote-Geschäftsstelle erhältlich.