Region Kreisbauernverband tagt

Dr. Markus Mokry vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg referierte bei der Tagung des Kreisbauernverbands in anschaulicher, aber auch komplexer Weise über die neue Düngeverordnung. 
Dr. Markus Mokry vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg referierte bei der Tagung des Kreisbauernverbands in anschaulicher, aber auch komplexer Weise über die neue Düngeverordnung.  © Foto: Sabine Herder
Region / Sabine Herder 18.11.2018

Geballte Information war‘s, die die Delegierten und Ortsobmänner des Kreisbauernverbandes Reutlingen am Samstag mitnehmen konnten. Vertreter von Kreislandwirtschaftsamt, Kreisveterinäramt und des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg waren zur Tagung eingeladen, um aktuelle Themen und Entwicklungen für die Landwirte aufzuzeigen. Diese waren entsprechend zahlreich erschienen, um sich über neue Agrar-Entwicklungen ins Bild zu setzen und sich fachlich auszutauschen.

Viele neue Regeln

Als großes Thema erwies sich die seit einem Jahr novellierte Düngeverordnung. Dr. Markus Mokry vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg referierte dazu in anschaulicher, aber auch komplexer Weise. Die neue Düngeverordnung gilt seit 1. Juni 2017 und soll dafür sorgen, die Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft in Deutschland auf den in der EU Nitratrichtlinie vorgegebenen Wert zu reduzieren. Mit den Änderungen sollen die Effizienz der Düngung erhöht, die Gewässer besser geschützt und die Ammoniakemissionen reduziert werden.

Für die jetzt vorgeschriebene Düngebedarfsermittlung – sie ist Pflicht für alle landwirtschaftlichen Betriebe, die pro Hektar und Jahr mehr als 50 Kilogramm Stickstoff und 30 Kilogramm Phosphor ausbringen – erläuterte Mokry Vorgehensweise und Einzelheiten zur Ermittlung von Ertrag und Bedarf und erklärte den Anwesenden, welche Faktoren dabei mit berücksichtigt werden können.

Informativ ging der Agrar-Fachmann ebenfalls auf weitere Änderungen der Verordnung ein. Die Vielzahl neuer Regeln beziehen sich unter anderem auf die Einarbeitung von Düngung, Ausbringungsbeschränkungen, Abständen zu Gewässern, Sperrzeiten und Lagerkapazitäten. Mokry präsentierte den Zuhörern dazu eine Fülle an Information.

Auch Dr. Thomas Buckenmaier, Leiter des Kreisveterinäramts und Elke Weidinger, Leiterin des Kreislandwirtschaftsamts, waren mit neuen Informationen für die Landwirte vor Ort. Vor allem für Schweinehalter gab Buckenmaier wertvolle Information in Sachen Afrikanische Schweinepest (ASP). Die Krankheit hat zwar die Region noch nicht erreicht, führte er aus, doch gilt es achtsam zu sein: Der Virus überträgt sich durch weggeworfene Lebensmittel, roh oder nicht durchgegart von infizierten Schweinen. Schweinehalter sollten daher die Biosicherheitsmaßnahmen in ihrem Betrieb konsequent einhalten, appellierte der Veterinär. Auch Ferkelkastration und Tierschutz waren Punkte seiner Ausführungen.

Elke Weidinger informierte die Landwirte zu Agrarförderung, Änderungen bei der FAKT-Förderung und gab einen Bericht zum aktuellen Stand der Vor-Ort-Kontrollen der landwirtschaftlichen Betriebe. Sie wies außerdem auf das umfangreiche Winterprogramm hin, einsehbar auf der Homepage des Landwirtschaftsamts.

Eine ganze Fülle von agrar-relevanten Themen streifte nach den Referaten auch Kreisobmann Gebhard Aierstock in seinem Bericht zur Verbandsarbeit. Trockenheit und Märkte, Biodiversität und Insektensterben, Agrarwende („wie soll die aussehen, was soll man alles anders machen?“), Glyphosat („Ersatzmittel sind nicht vorhanden, Natur ist nicht per se nur gut“), Tierwohl/Tierschutz und letztlich auch die politische Entwicklung („Was kommt auf uns zu?“) beschäftigen den Verbandsvorsitzenden.

Er gab den Delegierten und Ortsobmännern einen kurzen wie auch kritischen Abriss zu den aktuellen Themen – nicht ohne Besorgnis, aber auch mit durchaus positiven Aussichten. „Wir machen richtig viel in Richtung Biodiversität“, betonte Aierstock und wies auf das kürzlich gestartete „Zukunftsforum Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ hin. Das Projekt lädt mit vier Forums-Veranstaltungen zur Diskussion über die Zukunft und Entwicklung der Landwirtschaft ein.

Nach einem kurzen Grußwort von Pia Münch, der Kreisvorsitzenden des Landfrauenverbands, fand die Tagung mit dem Jahresabschluss 2017, dem Kassenprüfbericht und dem Vorschlag zum Haushalt 2018 ihren Abschluss. Die Delegierten entlasteten sowohl Geschäftsführer Thomas Pfeifle als auch Vorsitzenden Gebhard Aierstock einstimmig und ohne Beanstandung.

Info Das erste Zukunftsforum zum Thema „Insektensterben stoppen, Biodiversität erhalten“ findet am Mittwoch, 28. November, von 13.30 bis 17.30 Uhr im Hofgut Hopfenburg in Münsingen statt. Anmeldung und Infos unter www.zukunftsforum-biosphärengebiet.de.

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