Hohenstein Konzert. Schwäbisch im Mittelpunkt

Alles schwäbisch: Der Sängerbund Bernloch-Meidelstetten begeisterte mit Liedern und Texten sein Publikum.
Alles schwäbisch: Der Sängerbund Bernloch-Meidelstetten begeisterte mit Liedern und Texten sein Publikum. © Foto: Gabriele Leippert
Hohenstein / Gabriele Leippert 17.06.2018

Wow, was für ein vergnüglicher Konzertabend. Heimelige und heitere Lieder, dazu voll Esprit und mit viel Humor vorgetragene Texte und Geschichten in Mundart. Das schön geschmückte Dorfgemeinschaftshaus hatte sich bis fast auf den letzten Platz mit Zuhörern gefüllt. „Wir freuen uns sehr, dass so viele Stühle besetzt sind“, meinte denn auch Diana Maulbetsch, die erst seit kurzem das Amt der Vorsitzenden innehat.

Schon der Auftakt des gut zweistündigen Konzertabends unter der Leitung von Christina Staneker war etwas anders als sonst. „Immer wenn’s uns gut geht, dann öffnen wir den Mund. Und fangen an zu singen, denn das ist gesund“ – mit diesem Lied auf den Lippen marschierten die rund dreißig Sänger des Sängerbunds Bernloch-Meidelstetten auf die Bühne. Getragen und sehr harmonisch gab der Chor die „Hymne an das Lied“ von Robert Edler wieder. Flott, peppig und mit vielen gestalterischen Effekten erklang der Popsong „Major Tom“ des Stuttgarters Peter Schilling. Die inoffizielle Landeshymne Württembergs „Preisend mit viel schönen Reden“ trugen die Sänger mit ungeheurer Dynamik vor. Und bei der Schwabenhymne „Mir im Süden“  verglich der Chor die unterschiedlichen Eigenheiten bayrischer, hessischer und natürlich schwäbischer Landeskinder. Das mit vielen Tempoveränderungen gewürzte Lied „Heimat“ meisterte die Sangesgruppe gekonnt. Die Soprane erklommen mit hellen und klaren Stimmen die Höhen, die Bässe stiegen vor allem beim „Dr Gsangverei“ die tiefsten Stufen problemlos hinunter.

Bestens kamen beim Publikum auch die Einlagen zwischen den Liedvorträgen an. Werner Haar und einige seiner Sangeskollegen hatten dazu Gedichte oder Texte von Werner Veidt, Sebastian Blau und anderen Mundartdichtern ausgesucht. „Das Schwabenland ist der immerwährende Konjunkturzünder Deutschlands“, bemerke etwa Anton Hunger in seiner „Gebrauchsanweisung für Schwaben“, verriet Haar. Und „Schwob isch der, der schwäbisch schwätzt“ habe Troll einmal festgestellt. Auch erzählte Haar, was es mit dem „Bernlocher Schellawäscher“ auf sich hat, und der ganze Chor spielte einen höchst witzigen Sketch zum Thema „S’Wort im Maul romdreht“. Das Publikum war mehr als begeistert und forderte mit frenetischem Beifall eine Zugabe.

 „Schöne Stunden sind wohl ein Geschenk“ gab es zum Schluss, bevor auch die Gäste zum Mitsingen eingeladen wurden: „Geh aus mein Herz und suche Freud“ erklang äußerst stimmgewaltig aus vielen Kehlen.

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